Band 
Dritter Band.
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jenen höheren Zweck nicht zu verfehlen. — Er hat ihn erreicht, die-sen Zweck, und seine Nachfolger, denen er mit seiner Leuchte voran-ging, haben ihn noch viel mehr als erreicht, da sie so weit überjenes Ziel hinauögeschritten sind, daß sie nun, trotz der eigenen Wör-terbücher, die sie für ihren Galimathiaö verfaßt haben, von ihreneigenen Landsleuten, und am Ende von ihnen selbst nicht mehr ver-standen werden.

Wie ganz anders erscheint uns L. Euler, einer der ausgezeich-netsten, vielleicht der erste mathematische Schriftsteller, dessen Werkeeben so tief gedacht, als leicht und sonnenklar dargestellt sind; dersich, während er die Gränzen der Wissenschaft nach allen Seiten er-weitert, während er reife Männer zu unterrichten weiß, sich zugleichbis zur Fassungskraft eines Kindes herablassen kann, und dessenWerke auf jedem Blatte nicht nur von belehrenden Beispielen undanderen Wahrheiten überfließen, sondern uns auch zugleich in jederZeile den Weg und die Weise abspiegeln, durch welche sein Geist zudiesen Wahrheiten gelangt ist, daher sie auch von Lagrange vorzugs-weise, ja ausschließend, als die zur Selbstbildung in dieser Wissen-schaft geeignetsten mit Recht angepriesen worden sind.

Noch gibt eS eine andere Art der Belehrung der Leser, zu dersich aber wohl nur wenige der ausgezeichnetsten Schriftsteller verstan-den haben, obschon eS ihnen allen ohne Zweifel nicht an Stoff dazugefehlt haben kann. Ich meine die Mißgriffe und Irrthümer, durchwelche sich die Entdecker neuer Wahrheiten hindurchwinden müssen,um endlich zu ihrem Ziele zu gelangen. Nur selten, vielleicht nie,ist dieses Ziel mit einem Sprunge, mit einem einzigen glücklichenWurfe erreicht worden. Aber die irrigen Asichten, die mißlungenenVersuche und alle die Hindernisse, welche sich der Erreichung dersel-ben oft lange Zeit durch entgegensetzen, werden gewöhnlich unterdrücktund zurückgehalten, um die so lange und mühsam gesuchte Wahrheitsogleich in ihrem ganzen hellen Lichte, gleich der gerüsteten Minervaaus Jupiters Haupte, hervorspringen zu lassen. Wir werden in dergesammten Literaturgeschichte nur wenige finden, die groß genug dach-ten, sich den Lockungen dieser Eitelkeit zu entziehen, und ihre Ent-deckungen ganz so zu geben, wie sie dieselben in der That gefundenhaben. Kepler steht unter diesen vielleicht oben an, und eS ist nichtdas kleinste Verdienst unseres Verfassers, daß er, am Ende seinesfünftes Buches, den Vater der neueren Astronomie von dieser Seiterichtiger zu beurtheilen versteht, als beinahe alle seine Vorgänger.