VVKevvell, Uistor^ ol inäuot. Sciences.
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Seit Laplace in seinem Systems äu monüo die Mißgriffe und Irrthü-mer, zu denen Kepler durch seine lebhafte Imagination verleitet wurde,und die er selbst in seinen Schriften so offen und redlich erzählt, alseinen Gegenstand seines strengen Tadels behandelt hatte, sielen seineNachfolger alle, besonders die Deutschen, hastig über ihn her, undwetteiferten gleichsam in der Bemühung, ihren großen Landsmann zusich selbst herabzuziehen, und vor vem gefährlichen Beispiele zu war-nen, wo ein astronomischer Donquirotte, wie sie ihn nannten, bloßden Eingebungen seiner Phantasie überlassen, und allen Gesetzen desnüchternen Denkens hohnsprechend, mit eingebildeten Windmühlen kämpft,und am Ende doch über wahre Feinde und sehr mächtige Gegner denglänzendsten Triumph davonträgt. Eü wird uns erlaubt seyn, dieseApologie Keplers, wie sie der Vers. gibt, hier in einem kurzen Aus-zuge nachzutragen.
Zuerst bemerkt er, daß die Hauptidee, die Kepler'n in allen sei-nen Speculationen leitete, eine phylosophisch richtige und scharfsinnigezugleich war. Er ging nämlich von der Ansicht aus, daß zwischenden Distanzen der Planeten, ihren UmlaufSzciten und Geschwindigkei-ten irgend ein arithmetisches oder geometrisches Verhältniß existirenmüsse, und die Auffindung dieses Verhältnisses, worauf ihn fein gei-stiger Instinkt geführt hatte, machte er sich gleichsam zu der Aufgabealler seiner Arbeiten, zu dem Geschäfte seines ganzen Lebens.
Sein erstes größeres Werk, das Uz'steriuin cosmozrspkioum von1596, sowie eines seiner letzten, die Osrmonios immäi von 1619,beschäftigen sich nur mit der Auffindung dieser von ihm geahnte»Verhältnisse. Aber wie sollte er zu ihnen gelangen? Doch wohlnur durch Versuche. — Und diese Versuche, worauf sollten sie sichgründen? Doch wohl nur auf erste vorausgehende Vermuthungen.—Mit diesen Vermuthungen also müssen alle geistigen Entdeckungen an-fangen, wenn sie uns nicht ganz mechanisch von selbst, wie die Salz-quellen den gedankenlosen Thieren der Weide, entgegen kommen sollen.Es wird nur darauf ankommen, ob diese Vermuthungen richtig undzum Ziele führen, und wenn sie es nicht thun, ob man ihre Unrich-tigkeit bald genug erkennt, ohne sich in den Irrthum so tief hineinzu-studiren, daß man am Ende selbst nicht mehr aus ihm sich heraus-finden kann. — In jenem ersten Werke spielt sein Geist mit densogenannten regelmäßigen Körpern, die er zwischen die Planetenbahneneinzudrängen sucht, und in dem zweiten beschäftigen ihn die Accordeder musikalischen Tonleiter, die er mit den Bewegungen der Planeten