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Dritter Band.
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Wkorvell, Uistor^ ok inäuct. Sciences.

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steller, so wichtig und merkwürdig, daß er uns nicht nur alle seineIrrthümer alle offen und redlich erzählt, sondern daß er unö auch sagt,sowohl wie er zu ihnen gekommen ist, als auch wie er sich wieder vonihnen befreit hat. Dadurch sind seine Schriften in so hohem Gradelehrreich und interessant geworden, indem sie uns auf diese Weise eintreues Gemälde von dem Verfahren geben, welches der menschlicheGeist bei seinen Untersuchungen zu befolgen pflegt. Sie zeigen unsden gewöhnlichen, vielleicht etwas carrikirten (denn Kepler schien sichin solchen Selbstbekenntnissen seiner früheren Irrthümer zu gefallen),aber auch zugleich den wahren Weg des inventiven Geistes; sie zeigenuns die Regel, und keineswegs, wie manche bisher geglaubt haben,die Ausnahme von dem Verfahren, welches das Genie bei seinenUntersuchungen zu befolgen pflegt. Viele von seinen Einfällen erschei-nen uns jetzt phantastisch und absurd, weil Zeit und Erweiterung un-serer Kenntnisse sie längst widerlegt haben; aber eben so viele, die iuseinen Tagen eben so willkürlich und grundlos erschienen, sind in derFolge auf eine Weise bestätigt worden, daß sie uns nun als sehrglücklich und scharfsinnig erscheinen. Viele von seinen Irrthümernhat er später selbst erkannt, und oft genug betrauert er in seinen Werkendie Zeit und Mühe, die er darauf verwendet hat. Aber eben hiererscheint der seltene Mann vielleicht von seiner besten Seite. Nie-mand hatte so viel Muth, Geduld und Ausdauer in der Erringungder Wahrheit, so wie in der Bekämpfung des Irrthums, als er, derzugleich sein ganzes Leben durch mit Armuth und selbst oft mit dendrückendsten Nahrungösorgen zu ringen hatte. Nie erlaubte er sich,durch vergebliche Arbeiten, durch lange und mühsame Rechnungen, zurVerlassung seiner einmal gefaßten Idee sich verleiten zu lassen, so langenur diese Idee selbst noch einige Wahrscheinlichkeit für sich hatte, undder einzige Lohn, den er sich gleichsam selbst für alle seine Mühsalegönnte, war der, daß er die damit verbundenen Leiden in seinerlebendigen, oft selbst scherzhaften Weise den Lesern zur Unterhaltungauf das umständlichste wieder erzählte.

Selbst der mystische Theil seiner Ansichten von der Natur (wiez. B. seine Lehre in dem LIMkrium Losmogrspüieum von den stär-keren und schwächeren Geistern, welche die einzelnen Planeten um dieSonne führen) scheint auf seine Entdeckungen keinen nachtheiligenEinfluß gehabt, sondern vielmehr seine Erfindungskraft und seineganze geistige Thätigkeit nur noch mehr aufgereizt zu haben. Hiehergehört auch seine Meinung, daß die Erde ein lebendes Thier sey, und