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Dritter Band.
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>V'lierveII, llistor^ ok inäuct. Sciences.

selbst sein heimlicher Glaube an Astrologie, von der er sich, seinerVersicherungen ungeachtet, doch nicht ganz losgemacht zu haben scheint.In der That sieht man oft, wenn nur überhaupt klare Begriffe übereinen bestimmten Gegenstand in dem menschlichen Geiste vorherrschen,daß mystische Ansichten, so lange sie den Geist selbst nicht verfinsternund lahmen, dem glücklichen Auffinden der Wahrheit nicht immer hin-derlich sind, obwohl wir dadurch dieser Krankheit des menschlichen Gei-stes nicht das Wort zu reden gedenken.

Was also Keplern ganz vorzüglich von allen größeren Schrift-stellern unserer und aller Zeiten unterscheidet, das ist die Offenheit,mit der er seine Fehler und Irrthümer gesteht, und seine ganz vor-zügliche Lust, die er an ihren Beschreibungen hat, Beschreibungen, dieseinem Charakter Ehre machen, und zugleich für uns sehr lehrreichsind. Die meisten anderen, wo nicht alle, haben sie vor uns ver-heimlicht, indem sie Mittel suchten und fanden, diese ihre schwachenSeiten mit einem dichten Schleier zu bedecken. Er selbst, so endetunser Verfasser, drückt sich darüber mit folgenden Worten auö: „WennColumbuS, wenn Magellan, wenn die Portugiesen wegen der Erzäh-lung ihrer Irrwege von unö nicht nur entschuldigt, sondern selbst ge-lobt werden, und wenn wir durch die Unterdrückung dieser ihrer Fehlerselbst viel Vergnügen verloren hätten, so wolle man auch mich nichttadeln, wenn ich dasselbe thue."

Das oben erwähnte Verfahren Newtons, sich in Dunkelheit zuhüllen, welches uns zu dieser Digression veranlaßt hat, verfehlte auchnicht, seine schädlichen Folgen für seine eigenen LandSlcute auf dieKultur der Wissenschaften zu äußern. Sie wollten die geometrischeoder synthetische Methode Newtons durch sein Beispiel gleichsamals geheiligt betrachten, und behielten sie auch bis zu dem Anfangedes gegenwärtigen Jahrhunderts bei, und sie sind eben dadurch, wiesie nun selbst gestehen, weit hinter den Mathematikern des Festlandeszurückgeblieben.

Auf diesem'.Festlande schien, um wieder zu unserem Gegenständezurückzukehren, Hermann in Petersburg und anfangs auch die beidenBrüder Jakob und Johann Bernoulli jenen synthetischen Weg bei-behalten zu wollen. Hermanns Phoronomie, das erste größereWerk über Mechanik nach Newtons Prinzipien, bediente sich beijedem Probleme eigener krummer Linien, um dadurch, wie er sagte,die Scale der Geschwindigkeiten, der Kräfte u. s. w. bezeichnen, wäh-