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Dritter Band.
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Wkovvell, klistor;' ok inäuct. Sciences.

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selben, das sogenannte Gesetz der Trägheit. Daher suchte er so langevergebens die Ursache, welche die Bewegung der Planeten um dieSonne immer dauernd erhält. Er wollte diese Ursache in einer Kraftder Sonne gefunden haben, in einer dem Magnet ähnlichen Kraft,verbunden mit der Rotation der Sonne um ihre Are, durch welchebeide alle Planeten um sie geführt werden sollen, wozu er noch eine

- flüssige, die Sonne umkreisende Materie nahm, die sich bis zn denäußersten Planeten erstreckte, und in welcher die Planeten „wie dieBoote auf einem Flusse" sich bewegen. Wer immer die hierher ge-

- hörenden Stellen in Kcpler'o Werken mit Aufmerksamkeit liesst, wirdfinden, daß seine LieblingSauSdrücke: vis motrix, naturs msZnetieg,

^ virlus immaterialis u. f., keinen bestimmten, auf die Erscheinungenunmittelbar anwendbaren, für wahre Messungen oder Berechnungeni geeigneten Begriff mit sich führen. Ucbrigenö war eö auch wohl un-möglich, zu Kepler'S Zeiten für die Bewegung der Planeten irgendi eine bessere Theorie, als eben die der Wirbel, anzugeben, da jeders anderen richtigeren Lehre zuerst die Wissenschaft der Mechanik voraus-gehen mußte, die damals noch nicht gebore» war. Anders verhieltsich die Sache mit DeScarteS, zu dessen Zeit wenigstens die Funda-mente dieser Wissenschaft durch Stevin und Galilei schon gelegtwaren, und wo bereits Borelli in Italien, Hooke und Wallis inEngland, und HuyghenS in Holland dieselbe weiter auszubilden sichbemühten. Man muß sich verwundern, daß das Talent, das hohegeometrische Talent dieses Mannes die Hypothese der Wirbel auf-stellen, und bis an sein Ende so hartnäckig festhalten konnte. Er istvielleicht eines der auffallendsten Beispiele von der in der Geschichteder Menschheit so oft wiederkommenden Erscheinung, daß selbst höhereGeister, wenn sie lange und eifrig über einen Gegenstand brüten, sichendlich so tief in den Irrthum hineinstudiren, daß sie sich selbst nichtmehr herausfinden können, mag eS nun seyn, weil die Ideen sichallinalig firiren, weil die Macht der Gewohnheit einwirkt, weil einso lange getragenes und mit Schmerzen geborenes Kind nur um soinniger geliebt wird, oder weil auch die Abneigung vor dem Selbst-geständnisse einer vergeblichen Arbeit und die dadurch gereizte Eitelkeitmit in's Spiel zu treten pflegt. Daß DeScarteS von der letzte»nicht frei war, dafür ist sein ganzes Leben ein redender Zeuge. Erthut sich vorzüglich darauf so viel zu gut, daß er, wie er selbst sagt,so mannigfaltig verworrene Erscheinungen auö einigen wenigen Prin-cipien so streng und philosophisch folgerecht dedncirte, und er erklärte