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den» auch diese Lehre, sobald jene Epoche für sie eintrat, sofort einefeste und wissenschaftliche Gestalt annehmen konnte. In dieser Be-ziehung ist die Geschichte der Akustik von jener der Astronomie, undselbst der Optik wesentlich verschieden. Die beiden letztgenannte»Wissenschaften enthalten nämlich eine Reihe von Generalisationen,deren eine immer die andere in sich schließt, und aus ihr gleichsamhervorgegangen ist, während im Gegentheile in der Akustik die höchsteGeneralisation mit ihren richtigen Principien sogleich und mit einsaus die Bühne tritt, so daß das Geschäft deö Gründers der Wissen-schaft nur mehr in der Deutung und richtigen Anwendung jeneshöchsten Princips auf jeden besonderen Fall besteht. In der Astro-nomie und in der Optik sehen wir eine lange Reihe von inductivenWahrheiten, die nach und nach im Laufe vieler Jahrhunderte auödem menschlichen Geiste hervortraten, während wir hier bloßen Er-planationen begegnen, durch welche wir die verschiedenen Erscheinungender Natur einem bereits in unserem Besitze stehenden Principe anzu-ordnen und zu sllbsummircn haben. Dort suchte man sich mühsamvon Stufe zu Stufe einer nur geahneten, tief verborgenen Wahrheit,der allgemeinen Schwere, allmälich zu nähern, während wir uns hierauf dem sicheren Boden einer bereits anerkannten Wahrheit sogleichfest aufstellen, und nichts weiter mehr zu thun finden, als dieseWahrheit mit dem bereits ebenfalls bekannten Gesetze der Bewegungund mit einer nicht minder bekannten allgemeinen Eigenschaft derKörper, der Elasticität derselben, in Verbindung zu bringen. Ausdiesem Grunde gibt eS in der Geschichte der Akustik keine „Epochender Entdeckungen," wie in jenen zwei anderen Wissenschaften, son-dern nur „Auflösungen von Problemen," wie sie sich allmälich demAuge oder vielmehr dem Ohre des Beobachters darbieten.
Eines der ersten dieser isolirten Probleme war das von derUrsache der Höhe und Tiefe der Töne. Diese Frage beschäftigteebenfalls schon die Alten, wie wer denn z. B. in der „Harmonik"deö Ptolemäus folgende Stelle finden: „Die Dinge, welche den höhe-ren Ton erzeugen, sind eine größere Dichtigkeit und ein kleineresVolum des tönenden Körpers, so wie die Ursache deö tiefen Toneseine größere Lockerheit und eine dickere Gestalt dieser Körper ist."Unser Verfasser setzt seine Bemerkungen über diese und ähnliche Aeus-serungen der alten Griechen noch weiter fort. Da uns hier derRaum für diese Auseinandersetzungen nicht gegeben ist, so begnügenwir uns mit der Anführung den Folgerungen, auf die er durch die