Band 
Dritter Band.
Seite
426
JPEG-Download
 

426

>Vlrs>ve1I, klistor^ ol inckuot. evisnoes.

der Rechnung mit den sogenannten partiellen Difserentialien,und zu der Theorie der willkürlichen, selbst diScontinuirlichenFunctionen. >-

An diese Aufgabe reihte sich eine andere, minder schwierige, wieeS schien, die von der Fortpflanzung des Schalles. Die Altenmachten sich die Sache sehr leicht, indem sie die Bewegung der Luft,durch die der Schall fortgepflanzt wird, nicht eben unglücklich, mitder analogen Bewegung deS Wassers verglichen, wenn auf der Ober-fläche desselben durch einen fremden Körper Wellen erregt werden.Allein mehrere Neuere, die vielleicht eine dunkle Ahnung von derSache hatten, verwarfen diese Aehnlichkcit als unstatthaft, ohne indeßetwas Besseres an ihre Stelle bringen zu können. Zu diesen gehörtz. B. Baco selbst, der die Fortpflanzung des Schalles, weil er nichtsAnderes weiß, kurzweg einer Lpeoies spieilualis, einer geistigen Artvon Bewegung zuschreibt. Die wahre Art, wie der Schall in derLuft weiter geführt wird, scheint nicht so leicht gefunden zu werdenund sie ist wohl selbst heut zu Tage den meisten noch nicht vollkom-men bekannt. Der jüngere Johann Bernvulli gesteht, daß ihm New-ton'S Proposition über diesen Gegenstand nicht verständlich gewordenist. Die Schwierigkeit dieser Conception besteht darin, daß hier einedoppelte, zu gleicher Zeit Statt habende Bewegung zu betrachten ist,die vibrirende Bewegung der Lufttheilchen vor- und rückwärts, inwelcher der eigentliche Ton besteht, und die Mittheilung dieser Bewe-gung an die benachbarten Lufttheilchen, wodurch eine fortschreitendeBewegung in der Luft entsteht, an welche jene vibrirende Bewegungder einzelnen Lufttheilchen keinen unmittelbaren Theil nimmt. AuchOtto von Guericke, der bekannte Erfinder die Luftpumpe, konnte dieseFortpflanzung des Schalles, sofern sie von einer Bewegung der Lusterzeugt werden sollte, sich nicht deutlich machen, und er machte dagegendie Einwendung, daß der Schall in der stillen Luft besser, als in dervom Winde bewegten, und daß er sogar, wie er glaubte, in dem lee-ren Raume unter der Glocke der Luftpumpe fortgepflanzt werde.

Nebst der Ursache dieser Fortpflanzung suchte man auch die Ge-schwindigkeit derselben, und zwar, wie natürlich, zuerst auf experimen-talem Wege zu bestimmen. Gassendi war einer der ersten, der solcheBeobachtungen anstellte. Er fand 1473 Par. Fuß für die Secunde,während Robervaü durch seine Experimente die viel geringere Ge-schwindigkeit von 560 Fuß gefunden hatte. Dadurch wurde die ganzeSache auf längere Zeit beirrt und unentschieden gelassen. Später