Band 
Dritter Band.
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IVbewell, Uistor^ ok iuäuet. «oiencs«.

welcher er das wichtige Prinzip von der Coeristenz der kleinenOscillationen ausstellte. Er zeigte, daß eine Saite entweder in einereinzigen Curve (Bauch, wie er die Distanz zwischen den zwei nächsten Kno-ten nannte), oder auch in den zwei, drei und mehr solchen Curven, undzwar zwischen veränderliche« Knoten ihre Schwingungen vollenden könne,und er lehrte zugleich, wie man diese Knoten unter einander combini-ren soll, um daraus jene harmonischen, gleichzeitigen Töne zu erklären.D'Älcmbert und Lagrange haben zwar gegen diese Auflösung einigeEinwendungen gemacht, allein selbst wenn sie ganz gegründet wären,so würde dadurch doch dem hohen Werthe jener Abhandlung Ber»noulli's kein Eintrag geschehen, wenn auch nur aus dem Grunde, weiler in dieser Schrift das durch die gesammte Physik so wichtige Prin-zip der Coeristenz der kleinen Vibrationen zuerst aufgestellt hat.

Von diesen Betrachtungen geht unser Verfasser zu der Geschichteder Theorie der Blasinstrumente, und im letzten Kapitel dieses Bu-ches zu den verschiedenen Vibrationen der Körper überhaupt über.Diese letzten kennen wir bisher größtentheils nur ihren äußeren Er-scheinungen nach durch die trefflichen Versuche, die Chladni darüberangestellt hat. Die Theorie derselben aber ist noch in ihrer Kindheit,und kann wohl ihre völlige Entwicklung erst von einer späteren Zu-kunft erwarten. Euler hat allerdings schon die Kraft seiner Analyseauch an den Schwingungen der elastischen. Stäbe, Platten und Ringeversucht, aber es waren eben nur erste Versuche, und sie führten,obschon sie von einem so ausgezeichneten Manne unternommen wur-den, zu keinen ganz befriedigenden Resultaten. Ja die meisten Unter-suchungen dieser Art, wie sie Euler und nach ihm mehrere Andereangestellt hatten, sind mehr als Rechnungöbeispiele analytischer Ge-schicklichkeit, nicht aber als wahre, fruchtbare Erklärungen der Erschei-nungen der Natur zu betrachten. Die Pariser Akademie hat erst imJahre 1809 die Theorie der Vibrationen elastischer Flächen zum Ge-genstände ihrer Preisfrage gemacht, aber auch hierauf keine ganz be-friedigende Antwort erhalten, und Poisson hat in einem Memoire von1314 die Schwierigkeiten dieser Aufgabe näher bezeichnet. Er undCauchy und die gelehrte Dame Sophie Germain haben sich mit die-sem Probleme vielfach beschäftigt. Wesentlich haben auch die beidenBrüder Weber in ihrer „Wellenlehre," Leipzig 1825, zur Förderungunserer Kenntnisse in der Akustik beigetragen. Sie lassen die bekann-ten Chladni'schen Figuben bei vibrirenden Platten durch die Super-position der auf ihrer Oberfläche sich begegnenden Wellen entstehen,