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Dritter Band.
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IVKsveell, llistorx ok inäuct. Sciences.

Diese und ähnliche wichtige Erscheinungen häuften sich nun im-mer mehr, und man fühlte allmälig das Bedürfniß einer sie alle um-fassenden Theorie. Brewster, Biot und FreSnel, so wie Malus, be-schäftigten sich lange vergebens mit dem Aufsuchen einer solchen Theorie.Die bekannten Farbenerscheinungen, welche dünne Krystallplättchen impolarisirten Lichte geben, die farbigen Schattensäume und alle dieübrigen Phänomene des Lichtes, die man setzt unter der Benennungder Interferenz desselben begreift, gesellten sich zu jenen von derPolarisation und der doppelten Brechung des Lichtes, und machten dasBedürfniß immer dringender, sie alle durch eine umfassende Theoriegenügend erklärt zu sehen. *

Die UndulationStheorie des Lichtes wurde zuerst, obschonallerdings noch auf eine unvollkommene Weise, von Hooke in seinerMikrographie (London 1664) vorgetragen. Das Licht, sagt er, be-steht in der schnellen und kurzen vibrirenden Bewegung eines homo-genen Mediums, des AetherS, indem jede Pulsation des leuchtendenKörpers in diesem Aether eine sphärische Oberfläche beschreibt, ähnlichden ringförmigen Wellen auf der Oberfläche des Wassers. Er suchtedaraus auch schon die Erscheinung der Refraktion und selbst mehrerePhänomene der Interferenz des Lichteö zu erklären, obschon ihm dießnoch nicht gelungen ist. Im Jahre 1690 aber gab Huyghens in sei-nem Iraitö äe lumitzrs seine Darstellung dieser Theorie mit aller derPräcision und Umständlichkeit, welche die Wichtigkeit des Gegenstan-des erforderte, und er wendete sie zugleich auf die Erscheinungen derRefraktion, der Reflexion und der doppelten Brechung an, die alledadurch vollständig erklärt wurden.

Allein hier blieb auch die Sache mehr als ein volles Jahrhun-dert stehen. Huyghens erste Nachfolger waren nur wenige, nicht ebenausgezeichnete Männer, und keine eigentlichen Beobachter. Nicht einervon ihnen hatte den Einfall, die neue Theorie z. B. auf die gefärb-ten Säume, die schon Grimaldi lange vor Huyghens beobachtet hatte,anzuwenden. Auch war daö Uebergewicht Newton'S in der ersten Zeitnach seiner Erscheinung so groß, daß Niemand es leicht wagte, sichvon ihm und seiner Emiffionstheorie zu entfernen. Seine Seitender Lichtstrahlen und seine sogenannten „Anwandlungen" des Lichtesschienen den Meisten genügende Hypothesen, um damit alles zu erklä-ren, oder wo daS nicht anging, sich wenigstens dabei zu beruhigen,daß dieß nicht anders angehe, oder daß noch von Anderen geschehenwerde, was sie selbst zu leisten nicht im Stande waren. Euler war der