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Dritter Band.
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476 Lrago'S Aufsätze.

stehende Arbeiter mit jedem Blicke, auf dasselbe den Zustand desDampfes erfahren kann.

Nachdem der Verf. noch mancherlei wichtige Bemerkungen überdiesen Gegenstand mitgetheilt hat, die wir der näheren Ansicht derLeser überlassen, wendet er sich zu seinem zweiten Aufsätze, über diegebohrten oder sogenannten artesischen Brunnen (S. 119 bis176). — Wenn man bei einem senkrechten Durchbohren dcö Erd-bodens solche unterirdische Gewässer erreicht, welche in der durch denBohrer gemachten Oeffnung bis zur Oberfläche der Erde unv oftselbst, in der Gestalt eines Springbrunnens, über diese Oberflächeheraufsteigen, so wird ein so erhaltener Brunnen ein artesischergenannt. Der Name derselben kömmt von der Provinz ArtoiS inFrankreich, wo man sich vorzüglich mit dem Bohren solcher Brunnenbeschäftigt hat.

Schon Olympiodor, der im sechsten Jahrhundert in Alexandrienlebte, berichtet uns von solchen Brunnen im nördlichen Afrika, unddie Bewohner der Wüste Sahara verschaffen sich seit undenklicher Zeitihr Getränke mitten in der wasserlosesten Gegend der Erde durchsolche Brunnen. Sie graben oft hundert und mehr Klafter tief durchSand und KieS, bis sie auf eine Schieferlage kommen, unter welcher,wie sie sagen, das unterirdische Meer liegt. So wie dieserSchiefer durchbohrt ist, steigt gewöhnlich das Wasser der Tiefe soreichlich und so Plötzlich hervor, daß die Arbeiter oft schleunig dieFlucht ergreifen müssen, um nicht Schaden zu nehmen. — DieselbenErscheinungen haben sich auch in unseren Tagen in verschiedenen Län-dern Europa'S oft genug wiederholt.

Der Verf. fragt zuerst, woher diese große unterirdische Wasser-menge komme. — Man hat sie aus dem Durchsintern des Meerwas-sers in die Erde, oder auch aus den Dämpfen ableiten wollen, welcheim Mittelpunkte der Erde durch die daselbst herrschende große Hitzeerzeugt, und in ihrem Aufsteigen an die Oberfläche der Erde abge-kühlt und in Wasser verwandelt werden, daher wir so oft Quellenauf den höchsten Bergen antreffen sollen, und was dergleichen Hypo-thesen mehr sind, die Arago alle als ganz unstatthaft verwirft, unddafür die Behauptung aufstellt, daß alle jene Wassermassen bloß eineFolge deS Regens, des Schnees und des ThaueS sind, dessen Wasseraus der Luft auf die Oberfläche der Erde fällt, und von da in dasInnere derselben eindringt. Die Grubenwaffer der tiefsten Bergwerkenehmen immer nach einem Regen zu, und lang fortgesetzte Beobach-