Band 
Dritter Band.
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Arago'S Aufsätze.

die an der unteren Seite des BretteS befestigte Kugel aber sah bei-nahe gar nichts von dem sie umgebenden Himmel; die tiefer unterdem Brette liegenden Kugeln sahen von dem Himmel desto mehr, jetiefer sie lagen, und eben so sah die Kugel auf dem Boden desCylinders nur den kleinen Theil des Himmels, der über der obenoffenen Fläche des Cylinders stand. Der letzte Versuch zeigte zugleich,daß der Thau nicht, nach Art des Regens, senkrecht von oben herabniederfalle, wie ebenfalls viele Physiker lange genug behauptet haben.

Eine weitere wichtige Bemerkung zur Erklärung des ThaueS wardie, daß die Temperatur des thauenden Grases immer bedeutend (oft4 bis 6 Grade Röaum.) niedriger ist, als die der dasselbe bestrei-chenden Lust, wie Wells unmittelbar durch seine Thermometer fand,die er in und über dem Grase aufgestellt hatte. So wie aber über .Nacht Wolken kommen und den Himmel umziehen, steigt die Tempe-ratur deS Grases, auch ohne daß die Luft sich erhebt. Daher sindauch während einer thauvollen Nacht Wolle, Federn, Blätter «. f.alle beträchtlich kühler, als die sie umgebende Atmosphäre.

Ist nun diese Kühle die Ursache oder ist sie die Wirkung desThaues? — Diese Frage, um welche sich die ganze Theorie deSThaueS dreht, zu beantworten, mußten wieder andere Experimenteangestellt werden. Wells fand durch seine Versuche, daß seine Welt-kugeln oft schon gleich im Anfange der Nacht um 5 bis 6 Gradekühler waren, noch ehe ihr Gewicht auch nur im Geringsten zuge-nommen hatte, also noch ehe sie bethaut waren. Er schloß demnach,daß die Abkühlung der Körper ihrem Bethautwerden voraus gehe,daß also auch die Entstehung des ThaueS ganz auf dieselbe Art vorsich gehe, wie der Beschlag mit Feuchtigkeit, der an den äußerenWänden eines Trinkglases oder einer Flasche Statt findet, wenn siemit Wasser, daS kälter ist, als die Lust, gefüllt wird. Diese letzteErscheinung aber ist bereits vollkommen erklärt, also ist cS auch diedeS ThaueS nicht minder. Bekanntlich faßt nämlich die Lust für jedeneinzelnen Wärmegrad nur eine bestimmte Menge in Dünste auf-gelösten Wassers, desto mehr, je wärmer diese Luft ist. Sobald da-her eine Lustschichte mit einem kühleren Körper in Berührung kommt,wird diese Schichte selbst abgekühlt, und alsbald muß sich ein Theildes in dieser Lust aufgelösten Wassers niederschlagen. Eine zweiteLuftschichte schließt sich an die erste an, kühlt sich gleichfalls ab, underleidet dghxr dasselbe Schicksal. Dieselbe Erscheinung erneuert sich'n kurzer Zeit sehr »st, und die Folge davon ist, daß sich die Ober-