Band 
Dritter Band.
Seite
493
JPEG-Download
 

Arago's Aufsätze.

493

fläche des kühlen Körpers mit kleinen Tröpfchen, am Ende selbst miteiner zusammenfließenden Wasserlage überzieht.

Wenn also, bei hciterstillen Nächten, die festen Körper kühlerstnd, als die sie zunächst umgebende Lust, so ist die wahre Ursacheihrer Bethauung bereits gefunden.

Aber warum sollen die festen Körper in solchen Nächten so vielkühler flyn, als die Atmosphäre? — Die Antwort auf diese letzteFrage gibt unser Verfasser S. 241 u. f., und wir wollen den Lesernnicht vorgreifen, sich daS Vergnügen der endlichen Auflösung deSRäthsels selbst zu verschaffen, und bemerken nur noch, daß die Ge-schichte dieses Theils der Physik den Beschluß dieser Abhandlungbildet, und daß eben sie nicht wenig dazu beiträgt, den früher abge-handelten Gegenstand gleichsam durch reflectirtcS Licht noch mehr auf-zuhellen und ihm die beruhigende Klarheit zu verschaffen, deren sichnur diejenigen Untersuchungen erfreuen, die man als über allenZweifel erhoben, die man als völlig abgeschlossen ansehen kann,ohne fürchten zu dürfen, je wieder, wenn unsere Einsichten indie Geheimnisse der Natur sich erweitern, auf sie zurückkommenzu müssen.

Eine andere kleine Abhandlung des ersten Theils der vorliegendenSammlung betrifft die innere Wärme der verschiedenen Thiere. Wäh-rend nämlich alle leblosen Stoffe oft schon in kurzer Zeit die Tempe-ratur der Atmosphäre oder derjenigen Körper annehmen, welche sienahe umgeben, so widersteht der größte Theil der lebenden Wesendieser Wärmeausgleichung. Die Temperatur deS menschlichen BluteSz. B. ist nahe -s- 30" Reaumur, und dies zwar unter dem Acquator,so wie in der Nähe der Pole. John Davy hat darüber sehr um-fassende Untersuchungen angestellt, und folgende Resultate gesunden.

Von den Säugethieren bemerkte er die geringste Blutwärmebei dem Pferde, dem Tieger und dem Elephanten, wo sie, wie beidem Menschen, nahe 30" beträgt; die höchste Temperatur aber von32" bei dem Affen, dem Hunde, dem Schafe, der Ziege und demSchweine. Von den Vögeln haben die geringste Wärme von 30"die Reiher, die höchste aber von 35" die Tauben, Hühner und Enten.Unter den Amphibien hat die Schildkröte (Inst. xeomelrics) diekleinste Wärme von 14", und die Klapperschlange die größte von 29".Unter den Fischen hat die Forelle die kleinste Temperatur von 11",unter den Schalthieren der Krebs 21" und unter den Jnsectenendlich beinahe alle von Davy untersuchten 18 bis 20". — Ueber-