Band 
Dritter Band.
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495
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Arago'S Aufsätze.

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,'st. Diese Platte enthielt, nebst vielen hieroglyphischen Thierzeich-nungen, eine Inschrift in griechischer Sprache, a«S welcher hervorging,daß der Stifter des Monuments verordnet hatte, dieselbe Inschriftaus dieser Platte, gleichlautend in drei Sprachen cinzugraben, näm-lich mit den heiligen oder eigentlich hieroglyphischen Zeichen, in dengemeinen oder landesüblichen Zeichen und in der griechischen Sprache.Dieser glückliche Fund setzte Champollion in den Stand, daSDunkel, welches bisher über diesem Gegenstände schwebte, vollkommenaufzuklären.

Die alten Aegypticr hatten nämlich, so wie auch noch setzt dieChinesen, zweierlei Schriftlichen. Die ersten waren rein hiero-glyphisch. Daü Wort Hauö z. B. hatte ein eigenes Zeichen,welches unverändert blieb, selbst wenn späterhin die Sprache selbst sichso geändert haben sollte, daß derselbe Gegenstand durch ein ganz an-deres Wort ausgedrückt wurde. Eine solche Schreibart wird unSweniger fremdartig und auffallend erscheinen, wenn wir bedenken, daßwir in unserer Arithmetik ganz eben so verfahren. Die Zahl achtz. B. wird bei den Deutschen und bei allen Nationen Europa'S durchdas Zeichen 8 ausgedrückt, und diese Bezeichnung wird dieselbe blei-ben, wenn auch späterhin, bei veränderter Sprache, dieselbe Zahldurch ein ganz anderes Wort ausgedrückt werden sollte. Drückt eSsa schon der Franzose mit buit, der Britte mit viZIü, der Spaniermit oclw, der Slave mit os86,n u. f. auS, und doch bleibt bei allendiesen Völkern daS Zeichen dieser Zahl überall dasselbe, und jedeSdieser Völker liest eine aus mehreren solchen Zeichen zusammengesetzteZahl ohne Anstand, wenn cS gleich nicht weiß, welches Wort, welcheTone damit bei diesem oder jenem anderen Volke verbunden werden.

Ganz eben so würden also auch alle Nationen eine Schrift lesenkönnen, in welcher jeder Begriff sein eigenes Zeichen hat, wie z. B.so eben von dem Worte HauS gesagt worden ist, wenn nur einmaldie Bedeutung dieser Zeichen bekannt, und so wie bei unseren Ziffernallgemein angenommen ist. Die Chinesen schreiben in der That aufdiese Art.

Allein wie soll man durch solche Zeichen neue Begriffe oder aucheigene Namen ausdrücken? — DaS ist offenbar unmöglich, da keineallgemeine Verständigung vorausgehen kann, und da ohne diese dieganze Sache unausführbar ist. Wie sollte man auf diese Weise z. B.Ptvlemäus, Alexander, Napoleon schreiben?