Feßler's Biographie.
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nicht, wie. — Und was that der geheime Ankläger? Er weint, erwill vor Schmerz beinahe vergehen, daß die guten, lieben Vorstehernun leiden und sich grämen sollen. Selbst der Gedanke, daß nunso viele Unglückliche aus der Nacht ihrer Kerker befreit werden, kannihn nicht trösten über die Betrübniß, die nun der liebenswürdige,alte Guardian erleiden muß. Freilich, wenn ihm sein Stückchen nichtgelungen wäre, so würde er von jenen unter die Füße getreten undvielleicht in einen ähnlichen Kerker geworfen worden seyn, aber umsein Wohl war es ihm ja nur zu thun, und er wäre immer bereitgewesen, für seine Brüder Alles, selbst sein Theuerstes zum Opferzu bringen. „Und so wäre mir denn, schließt er, nach alle demwohl nie in den Sinn gekommen, gegen irgend einen meiner OrdenS-brüder feindlich zu verfahren, wenn nur der neue Guardian denVorsatz, mich zu bändigen, aufgegeben hätte." Und damit fängt derKrieg gegen diesen an.
Um also diesem neuen Guardian zu Leibe zu gehen, werdenzwei andere junge Kapuziner S. 162 aufgehetzt, die eine gemein-schaftliche Klage gegen ihn bei der Regierung eingeben sollen. Siesind bereit, aber sie können nicht gut schreiben. Feßler weiß sogleichzu helfen: er schreibt selbst diese Klage, die dann jene nur abschreibenund unterzeichnen dürfen. Diese Gelegenheit benützt unser Ehrenmann,zum Schlüsse seiner Klage auch seiner eigenen Wenigkeit gar beschei-den zu erwähnen. „Sollten nämlich, läßt er die beiden jungen Leutezum Schlüsse ihrer Klage schreiben, sollten E. M. die Erfüllung un-serer unterthänigen Bitte für uns selbst nicht gewähren wollen, sowage» wir es, wenigstens für unseren edlen Mitbruder ?. Innocentius(d. h. Feßler) zu bitten, der täglich im Kloster allen Bedrückungenund Chicanen ausgesetzt ist." — Welch ein Edelmuth! Fremdemüssen für ihn auftreten; sie müssen, entrüstet über seine Leiden,ihre eigenen vergessen, sich völlig für ihn opfern, und er, der großeDulder, er leidet und schweigt. — Das Stückchen, fein gesponnen,verfehlte seinen Zweck nicht. Schon in einigen Tagen erschien diek. Commission im Kloster. Feßler hatte nichts eifriger zu thun, alsden beiden jungen, unerfahrnen Klägern Jnstruction zu ertheilen, wiesie sich verhalten sollten. Er drang darauf, daß sie in ihren Ant-worten Ruhe und scheinbare Unterwürfigkeit zeigen und durchaus keineLeidenschaft merken lassen. Zuerst wurde Er vorgefordert. Auf dieFrage, welche Bedrückungen und Chicane er im Kloster erdulde, stellteer sich ganz betroffen und erklärte endlich, daß er darüber nie undnirgends eine Klage sich erlaubt hätte. Ich wußte wohl, sagt er,daß die Richter mit einer solchen Antwort nicht zufrieden seyn wür-den. Als man daher die Frage wiederholte und aus eine bestimmteAntwort drang, erklärte er „in kältester Gelassenheit" alles, was erausgestanden habe, und unterzeichnete sein Protokoll. Dann kamendie eigentlichen zwei Kläger. Es war ihm bange, daß die jungenLeute sich von ihrer Hitze hinreißen ließen. Aber er hatte sie zu gutunterrichtet und gelehrige Schüler an ihnen gesunden. Ohne alle