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Feßler'« Biographie.
Leidenschaft und mit kalter Ruhe erzählten sie ihre Leiden. Endlichkam auch der beklagte Vorsteher. Dieser war nicht so klug, sondernbrach sogleich in lärmende Vorwürfe über die jungen Unruhstifter ausund beschwerte sich sogar über die Regierung, welche ihn nicht unter-stütze. Die k. Cvmmissäre fanden sich dadurch beleidigt, erkanntendarin eben, daß die Schuld auf seiner Seite sey, und entsetzten ihn,kraft ihrer Vollmacht, sogleich seines AmteS. „Er wurde zu allenferneren Klassenwürden unfähig erklärt und uns wurde ein BelobungS-decret ertheilt für unsere bescheidene Mäßigung und für unsere hin-gebende Geduld im Leiden." Die zwei feinen Herren, Feßler anihrer Spitze, lachten höhnisch in ihr Fäustchen und zogen triumphirendvon dannen.
Das nennen wir doch einmal eine tüchtige Apologie und einewahre Selbstverteidigung. Da steht er nun, der engelreine Mann,und dort die losen Buben, die ihn so frech mit Koth und Steinenwarfen. Aber, wird man fragen, waS haben ihm denn diese letztemgethan, daß er solche Mittel gegen sie zu brauchen keinen Anstandnimmt? — Darauf findet man in dem ganzen dicke» Buche keineAntwort. Man kann nicht gut voraussetzen, daß Feßler sebe Unge-rechtigkeit, die er von seinen Gegnern erlitten hat, ungerügt gelassenhaben sollte. Aber er erzählt nichts dergleichen. Seine Oberen for-derten von ihm nur den Gehorsam, den er ihnen zngeschworen hatte,den er ihnen also schuldig war. Ja, sie waren, wie er selbst mehrals einmal sagt, schon zufrieden, wenn er sie nur selbst in Ruheließ, wenn er nur nicht in offenbaren Krieg gegen sie auSbrach. Wasberechtigte ihn also, demungeachtet in diesen Krieg auözubrechen undihn so viele Jahre und auf solche Weise zu führen? — Wie ge-sagt, wir wissen eS nicht, denn daS Buch läßt uns darüber in völli-ger Ungewißheit, und weiter als von seinem Buche kennen wir denAutor nicht.
Da wir, und wahrscheinlich auch die Leser, dieser Dinge müdesind, so wollen wir ihn seinen weitem Weg im Kloster allein machenlassen. Leute solcher Art lieben ohnehin keine Gesellschaft. Die We-nigen, welche eS über sich bringen, auf diesen düsteren Pfaden weiterzu kommen, mögen sie im Buche selbst aufsuchen, wo sie, wenn sieanders im Finstern zu sehen gewohnt sind, noch gar manche Stellefinden werden, die als ein wichtiger Beitrag zur Anthropologie, we-nigstens zur Nachtseite derselben, ihren Werth haben mag. Wennsie das Werk mit der Feder in der Hand lesen, so ersuchen wir sie,anzumerken, wie oft der Verfasser seine religiöse» sowohl, als auchseine philosophischen Ansichten geändert, und zwar ixnmer von einemExtrem zum andern geändert hat. Wir wollten ihn anfangs dieserMühe überheben und sie selbst übernehmen. Aber, wir gestehen eS,wir bleiben mitten auf dem langen Wege müde und muthloS stehen.Eö schien uns ein so trauriges Geschäft, einem Menschen durch alleWindungen seines zerrissenen Lebens zu folgen, sein wahrhaft erbärm-liches Schaukelsystem Stück für Stück aufzustellen/ und dabei doch