Feßler'S Biographie.
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um den Kauf zu decken. Allein es fand sich bald, daß Feßler vielzu theuer gekauft hatte, daß er schändlich betrogen worden sei. Später,alS die Feinde kamen, ließ er das ganze Gütchen hinter sich undsuchte das Weite. So ging S. 338 nicht nur das Mitgebrachtemeiner Frau, sondern auch noch das Erbtheil ihrer beiden Schwesternverloren.
Feßler hatte sich kurz zuvor an die Spitze der Freimaurerlogenin Preußen gestellt und darin den Reformator gespielt. Die Folgedavon war S. 275 endloser Verdruß und sogar einmal die Gefahr,inS Gefängniß zu kommen. Ihn rettete wunderbarer Weise bloß eineStelle in seinem Marc Aurel, die der König las. „Wer so ge-schrieben hat, rief er aus, kann nicht so gehandelt haben: man lasseden edlen Mann in Ruhe." Lreäst lucinous Apolls, non ezo. —Doch konnte ihn weder diese Stelle, noch irgend etwas anderes vonder Feindschaft der Großen retten, die ihn unablässig verfolgten undsein Leben zu einer schweren Last machten. Am Ende kam noch diegroße Nation. Einquartierungen, Requisitionen u. dgl., und als eSihm endlich zu viel wurde, ergriff er seinen Wanderstab und ließalles hinter sich. Mit seinem ihm ganz ergebenen Weib zog er nunin Deutschland hin und wieder und lebte von der Wohlthätigkeit seinerFreunde und von Collecten, die sie für ihn veranstalten mußten.
Als das Elend am größten war. war auch die Hülfe am näch-sten. Der Ruf seiner hebräischen Grammatik, die er weiland in Lem-berg geschrieben hatte, war bis nach Petersburg erschollen und plötzlich,als er eS sich am wenigsten versah, erhielt er von dort den Ruf alsProfessor der morgenländischen Sprachen an der Universität in derHauptstadt des russischen Reiches. Er reiste im Jahr 1809 dahinab, allein man zählte noch nicht 18l0, als Neid und Verfolgung undTücke und Mißgunst und wie diese Unholde alle heißen, schon wiederihre Flügel über ihn zusammenschlugen. Da eS ihm unerträglich war,mit solchen elenden Menschen weiter zu leben, so gab er im I. 1810seine Entlassung und begnügte sich mit der Besoldung eines Mitglie-des der Gesetzescommission, die bekanntlich zu jener Zeit eine Artvon Sinccure in Rußland war. Da er aber nicht lange unthätig seinkonnte, so nahm er den Antrag deS Ritters Slobin an, dessen großeLehranstalt in Saratow, an der südlichen Wolga, zu dirigiren. Erreiste also mit seiner Familie nach dieser Stadt. Allein bei seinerAnkunft machte er sogleich die Entdeckung, daß diese Lehranstalt nichtsweiter, als eine gewöhnliche Pension sey. Eine solche fand er unterseiner Würde und nahm sich daher auch derselben nicht weiter an.Aber waö sollte er nun thun? Jene Leere, jene Unruhe, die ihn so oftschon geplagt, die ihn eigentlich sein ganzes Leben nicht verlassen hatte,kam mit neuer Kraft über ihn, und, um sich zu retten, zog er nachSarepta, wo er sich in die Herrenhuter Brüdergemeinde aufnehmenließ. Sein Eifer für diese Gesellschaft war anfangs eben so groß,als bald darauf seine Kälte. Da hier, man erfährt die Ursache nicht,seine Besoldung von der Gesetzcommission plötzlich aufhörte, so traten