Band 
Dritter Band.
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Osten daS Land der Perser den Chinesen, und trieben die letzten wie-der in ihr himmlisches Reich zurück. Doch blieben die Araber nochlange in Verbindung mit den Chinesen, da sie einen Kadi in Kantonbeibehielten. Die Araber kannten das chinesische Porzellan schon imneunten Jahrhundert, und in Spanien fand man viele solche Gefäßemit arabischen Inschriften. Im dreizehnten Jahrhundert kannten dieAraber schon das Schießpulver, das sie entweder von den Chinesenoder von den Mongolen erhalten hatten. Unter den arabischen Ma-nuscripten der königl. Pariser Bibliothek findet sich eines vom I. 695der Hedschra, in welchem die Bereitung des Pulvers aus Salpeter,Schwefel und Kohlen gelehrt wird. Spanien lernte das Papier vonden Arabern kennen, und diese erhielten es von den Chinesen, die inSamarkand sich niedergelassen hatten. Demnach verdanken wir denChinesen daS Porzellan, daS Papier, die Bussole, das Schießpulver,die Buchdruckerei, überdies die Sämaschine, die Hängbrücken, die Bohr-brunnen, und selbst eine Art von Gasbeleuchtung — und wie vielmehr würden wir ihnen wohl zu verdanken haben, wenn wir unsmehr Mühe gegeben hätten, sie besser kennen zu lernen. Aber auchdie Araber haben uns große Dienste geleistet. Zwar haben sie selbstunsere Kenntnisse mit eigenen Erfindungen nicht bereichert, aber mitder frischen Kraft eines neuen, siegreichen Volkes suchten sie sich diegeistigen Schätze der Chinesen, der Javier, der Griechen anzueignen,und sie wurden die Beschützer und Erhalter dieser Kenntnisse zu einerZeit, wo jene Völker selbst nichts mehr hervorbrachten, und wo Eu-ropa noch zu unwissend war, um ihm diesen kostbaren Schatz derVorwelt anzuvertrauen. Dadurch haben sie sich den Dank der Nach-kommen bis in die spätesten Zeiten verdient, und darin, wenn sonstwo, sieht man deutlich die Spuren einer höheren Leitung, einer all-gemeinen Erziehung des Menschengeschlechts. Besonders glücklich fürEuropa war der Sieg der Abbasiden in Asien, denn dadurch wurdendie Ommiaden gezwungen, nach Spanien zu fliehen, und dieser Fluchtverdanken wir, daß Europa nicht völlig in die Wildheit der Barbareizurückgesunken ist. Schon zur Zeit Karl des Großen enthüllten dieGesandten des Chalisen dem Occident die hohe Bildung dieser Er-oberer. Bald nach diesem großen Regenten ließ sich eine tiefe Nachtder Unwissenheit über ganz Europa herab, aber in Spanien wurdedafür die Flamme des Lichtes der Erkenntniß um so sorgfältiger ge-nährt. In Cordova, Granada, Scvilla blühten die Wissenschaftenund Künste unter der Pflege der Abderamcn und AlmanzorS, und ganzSpanien wurde bald reicher, mächtiger und berühmter, als es seitdemje mehr gewesen ist. Die Bevölkerung, der Handel und die Industriehatten eine bisher ganz unbekannte Höhe erreicht, und wissenschaftlicheAnstalten und Kunstschulen wurden in allen Städten errichtet. ZuGranada zählte man zweimal hundert tausend Häuser, zu Scvillaallein sechzehn tausend Seidengewerbe. Die Ruinen von Alhambrasind setzt noch der Stolz der Spanier, Siebenzig Bibliotheken waren