Band 
Dritter Band.
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llibri, kistoire äes mstliemstignss.

die UNS auf diese Weise aufgezwungen wurden, die Sitten eines Horazund Catull'S, und die jener Scheusale, die Sueton und TacituS be-schreibt; dies waren die Gebräuche der byzantinischen Grammatikerund Philosophen, die über Worte und einzelne Buchstaben dieserWorte endlosen und beiden Theilen unverständlichen Hader erhoben.Dadurch verfiel, wie unser Verfasser sagt, die frühere Frische undOriginalität der Neueren, so wie auch der im dreizehnten Jahrhundertso schön begonnene Eifer für die Künste und für die Beförderung desphysischen und sittlichen Wohlstandes der Völker sowohl, als auch dereinzelnen Familien. — Wir lassen es dahin gestellt seyn, wie vielvon diesen Behauptungen auf Rechnung der Stimmung kömmt, inwelcher der Verfasser, als ein von seinem Vaterlande getrennter, seinWerk geschrieben hat. Diese Stimmung herrscht zu sehr vor, undläßt sich in dieser Schrift zu oft und zu grell vernehmen, als daß sienicht auf seine Ansicht und Darstellungöweise mächtigen Einfluß gehabthaben sollte. Es wäre zu wünschen, daß auch er, wie so viele seinerLandsleute, durch daS, was im verflossenen Jahre in Mailand ge-schehen ist, zu einer ruhigeren, der Wahrheit und Gerechtigkeit Ein-gang lassenden Stimmung zurückgeführt werden möchte. Seine Ge-schichte selbst, in so blühendem Style sie auch geschrieben seyn mag,hat durch diese überall ausgegoffenen Bitterkeiten weder an Interessenoch an Schönheit gewonnen, und, wenn bei einem, so wird man beidem historischen Schriftsteller vor allem Ruhe und Entfernung vonParteisucht und Leidenschaft jeder Art fordern dürfen.

Die ganze erste Hälfte deS fünfzehnten Jahrhunderts wird vondem Verfasser S, 271 u. f. als die eigentliche Zeit des Versalls derKunst und Wissenschaft in Italien geschildert. Der Glanz der Uni-versität von Bologna erlosch schnell mit der hohen Achtung, welchedie Lehrer dieser Hochschule im vorhergehenden Jahrhundert genossenhatten. Als Friedrich II. seine berühmte Universität zu Neapel imJahr 1240 gründete, hatten die Professoren derselben den Rang undTitel eines Lomes pslstinus erhalten, während im fünfzehnten Jahr-hundert die Lehrer der Hochschule zu Florenz in gleiche Linie mit denHofnarren und Bouffons gestellt wurden fOrizlis, istoria üello stuäioüi kilspoli (Neapel 1753) und Ueliris äezli eruäili lose.ani. Vol.XVIII, p. 297j Die ausgezeichnetsten Männer deö fünfzehnten Jahr-hunderts, Leonhard Aretin, Poggio, Filelfo, Gnarino, Lanrcnz Valla u. a.Waren wohl in den alten Klassikern sehr belesen, aber nicht geschickt,den Kreis der menschlichen Kenntnisse durch ihre eigenen Arbeiten zuerweitern. Sie beschäftigten sich größtentheils nur mit Commentatio-nen der griechischen und lateinischen Schriftsteller. — Zum Schlüssewird noch umständlich gezeigt, daß die Mcdiceer um die Wissenschaftund Kunst ihrer Zeit und ihres Landes sich keineswegs die große»Verdienste erworben haben sollen, welche ihnen von den Historiker»so reichlich zugeschrieben worden sind, wo eö denn ver Verfasser wiedernicht an jenen bitteren Bemerkungen fehlen läßt, mit denen er seineSchrift so reichlich zu würzen für gut gefunden hat.