554 kontseoulsnt, krsois ä'astronomie.
Die Tafeln von Jupiter, Saturn und Uranus sind «nS vonAleris Bouvard gegeben worden. Die beiden ersten sind sehr genau,was sie größtenteils den tiefen Untersuchungen verdanken, die Laplacein der Theorie dieser beiden Planeten gemacht hat. Nicht so voll-kommen sind aber die Tafeln des Uranus, des entferntesten aller Pla-neten von der Sonne. Bouvard konnte diejenigen Beobachtungendieses Planeten, die man vor dem Jahre 1781, also vor seiner eigent-lichen Entdeckung, zufällig gemacht hatte, zu seinem Zwecke nicht brauchen.Er mußte sich also an die seit dieser Epoche angestellten Beobach-tungen halten, und diese scheinen nicht hinlänglich zu seyn, um dieBewegungen dieses Planeten mit Genauigkeit darzustellen. Die Feh-ler der Tafeln werden mit jedem Jabre größer, und sie gehen jetztschon auf 60 bis 70 Secunden. Eugen Bouvard, der Neffe vonAleriS, soll sich soeben mit der Revision dieser Tafeln beschäftigen, undwir wünschen, daß er ihnen dieselbe Genauigkeit geben möge, derensich die Tafeln der andern Planeten unseres Sonnensystems bereitsseit längerer Zeit erfreuen.
Die Entdeckung der säculären Acceleration und mehrerer andererwichtigen Störungsgleichungen deü Mondes durch Laplace gegen Endedes achtzehnten Jahrhunderts bestimmten daS Längenburcau zu PariSim Jahre 1800, einen Preis für die besten Mondötafeln auszusetzen,den T. Bürg gewann. In diesen Tafeln sind die Argumente derStörungen aus der Theorie des Laplace genommen, während dieCoefficienten der Gleichungen durch unmittelbare Beobachtungen bestimmtwurden. Diese Tafeln erschienen 1806 zugleich mit den neuen Son-nentaseln von Delambre. Im Jahre 1812 gab Burckhardt neueMondstafeln, die von den Bürg'schen in Beziehung auf die Größeder Coefficienten nur wenig abwichen, aber eine zur Rechnung beque-mere Form hatten. ES war äußerst wünschenswerth, daß auch dieTafeln des Mondcö, wie die aller übrigen Planeten, von den Beob-achtungen nur diejenigen Data entlehnten, die zur unmittelbaren Be-stimmung der sechs Elemente der Mondsbahn nothwendig sind. Auchdiese Frage machte die Pariser Akademie im Jahre 1820 zu einerihrer Preisfragen, woraus sie zwei Memoiren, die beide gekrönt wur-den: das eine von Damoiseau-, das 1824 gedruckt wurde, und dasandere von Plan« and Carlini, erhielt. Jene stellen die Beobach-tungen ganz eben so gut wie die von Burckhardt dar, und diesen hateinige Zeit später Plans ein Werk von drei Quartbänden folgen lassen,in welchem die Störungsgleichungen des Mondes mit einer bisher nichterreichten Genauigkeit aus daö umständlichste untersucht worden sind.Dem ungeachtet blieb immer noch einiges zu wünschen übrig, beson-ders in Beziehung auf die bei diesen mühsamen Arbeiten befolgtenMethoden, die man gern einfacher zugleich und mehr direkt, als diebisherigen, gesehen hätte. Lnbock in England und Pontecoulant selbstunser Verfasser, hat sich dieser neuen Mühe unterzogen, und er hofftin Kurzem die Resultate seiner vieljährigen Arbeiten über diesenschwierigen Gegenstand bekannt machen zu können. Vor Kurzem hat