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I. I. v. Littrow'S Biographie.
In ihrer Panzersprache dröhnendemGetrilke über Felsenhänge undGeschweige Zweifel hin die Erde stolzVorüberschreitet und Gestirne mißt,
Kometen wiederkommen heißet undDer Himmel ew'ge Bahnen mächtig lenkt.
Ein paar Charaktcrzüge aus /euer Zeit mögen hier ihren Platzfinden. Sein wissenschaftlicher Eifer machte ihn zum Freund undBeschützer fahrender, oft relegirter Studenten auswärtiger Universitäten;wenn sie nur gut zu raisonniren verstanden, so theilte er gern mitihnen seine geringe Habe. Einen solchen Glücksritter hatte er unterandern dem Erzieher im Hanse deS Baron C. empfohlen, und umein paar freie Kosttage für seinen Clienten gebeten. DaS Gesuchgelang. Der Fremde betrug sich zuerst ziemlich gut, dann auffallend,zuletzt so übel, daß er aus dem Hause gewiesen, und Littrow zugleichvor seinem Umgänge gewarnt wurde. Aber vergeblich. Littrow theiltesein Zimmer mit ihm, und schenkte ihm von seinen wenigen Habsclig-keiten, was er nur irgend entbehren konnte. Als er eines Morgensaufwacht, vermißt er den Fremden und mit ihm sein einziges Bein-kleid: er muß, um ins Collegium gehen zu können, von einem Haus-genossen das nöthige Geld borgen, und in aller Eile auf dem nahenTrödelmarkte ein Beinkleid kaufen lassen.
Ungeachtet des hohen Rednertalentes, dessen Littrow sich erfreute,und in dessen Bewußtsein er sich frei und ohne Verlegenheit vor derOeffentlichkeit bewegte, war ihm, von frühester Jugend an, eine fastan Furcht grenzende Scheu vor lärmenden Austritten auf der Straßeeigen. Schon als Knabe wußte er sich zu beherrschen und that undduldete lieber daS Aeußerste, ehe er eS zu einem Streite an öffent-lichen Orten kommen ließ. Seine Schulkameraden suchten zuweilendiese Eigenschaft zu ihrem Vortheile auszubeuten. So begehrte einesTagcS^ einer derselben einen Groschen von ihm, um sich Obst zu kau-fen. Littrow, der seine kleine Baarschust zusammenzuhalten ohnehinallen Grund hatte, weigerte sich standhaft; jener drang in ihn, undda sie indessen auf einen der belebtesten Plätze PragS gekommen wa-ren, drohte er, wenn er das Geld nicht erhielte, Spektakel anzufangen,indem er vorgeben wollte, Littrow habe ihm den Groschen gestohlen.Obwohl seines guten Rechtes sich bewußt, gab Littrow nach, nur umSkandal zu vermeiden, und warf dem Zudringlichen daS Groschen-stück hin.
Ein andermal kam ein Schulcollege zu ihm, benachrichtigte ihn,daß heute sein Namenstag sei und lud ihn ein, in den nächsten Gast-hof zu kommen und sich gütlich zu thun. Littrow nahm die Einladungan, und jener ließ im WirthShause Bier und Braten in Hülle undFülle auftragen. Als sie aber gegessen und getrunken, erklärte derKamerad, keinen Heller Geld zu haben, und forderte von Littrow,der ihn wohl sonst oft freigehalten, die Bezahlung der Zeche. Littrow