Band 
Dritter Band.
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I. I. v. Littrow'S Biographie.

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hingegen meinte mit Recht, daß jener als der Einladende zn thunhabe, was seines AmteS sei, und er nur in dieser Aussicht den Vor-schlag angenommen, da der Zustand seiner Kasse nicht erlaubt hätte,Anderer Namenstage in solcher Weise zu feiern. Da an ein gütlichesAusgleichen mit den WirthSleuten durch Versprechung künftiger Zahlungnicht zu denken war, wurde die Flucht beschlossen. Einer nach demandern sollte leise aufstehen und auS dem Garten, in dem sie gesessenhatten, wo möglich unbemerkt fortschleichen. Nur mit Mühe unddurch festes Auftreten gelang eS Littrow, jenen als den eigentlichSchuldigen zum Bleiben zu nöthigen, indeß er selbst behutsam zuersthinauszukommen suchte, waö denn auch ihm und dann seinem Genossenglücklich gelang. Noch in späten Jahren gedachte Littrow jener Augen-blicke der Todesangst, wo er kalten Schweiß auf der Stirne undzitternd dem Thore entgegenschlich, sich von Jedem angesehen glaubte,von Jedem angehalten zu werden fürchtete, so wie der seligen Em-pfindung, als er endlich um die Straßenecke bog, und das Freie ge-wonnen hatte.

Die im Anfange unsers Jahrhunderts eben in der Blüthe ste-hende Naturphilosophie beschäftigte ihn eine geraume Weile aus daSAnhaltendste. Als er endlich die Hoffnung aufgeben mußte, auf die-sem Wege zu einem fördernden Resultate zu gelangen, warf er jeneunfruchtbaren Untersuchungen zur Seite, und erinnerte sich später im-mer nur mit Verdruß an die goldenen Jahre der Jugend, die erdamit verloren. Daher in seinen letzten Schriften die häufigen, mei-stens sehr treffenden und witzigen, wenn gleich oft zu weit gehende»Ausfälle gegen Naturphilosophen im deutschen Ginne des Wortes.

Er hatte sich der Reihe nach in der Rechtsgelehrsamkeit, derArzneikunde und selbst der Theologie versucht, ohne jedoch an einemdieser Fächer bleibendes Behagen zu finden. Zuletzt wählte er, umseinen Bildungsweg ungebunden einschlagen zu können, für einige Jahreden Beruf eines Erziehers. Als solcher kam er (1803) zu den bei-den jungen Grasen Renard, die mit ihrem Onkel, Baron Gastheimb,auf Familiengütern in Schlesien wohnten. Littrow lebte hier ganzder schönen Literatur und später der Mathematik; seine Verhältnissezu den beiden liebenswürdigen Zöglingen und dem alten, höchst ehren-werthen Baron gestalteten sich bald zu denen eines Freundes undLittrow zählte immer die hier verbrachten Jahre zu den schönsten sei-nes Lebens.

Wir werden weiter unten Gelegenheit haben, das freundlicheAndenken kennen zu lernen, daS ihm von dem noch lebenden Elevennach langjähriger Trennung bewahrt wurde. Damals ein feurigerJunge, den der Erzieher nur eben immer zu zügeln hatte, ließ er sicheines Tageü eine ungewöhnliche Furchtsamkeit beikommen, als er aufeinem Spaziergange mit Littrow einer Heerde Ochsen begegnete, denener durchaus auf einem großen Umwege ausweichen wollte. Darübervon Littrow zur Rede gestellt, nahm er schweigend und scheinbar ge-troffen den Tadel hin. Der Zufall wollte, daß man wenige Tage