I. I. v. Lkttrow's Biographie.
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tragen, «hm das Bittere dieser Trennung fühlbar zu machen. Er warein großer Liebhaber von Thieren, die nie ganz aus seiner Umgebungverschwinden durften, und gewöhnlich in dem Maaße an Zahl zu-nahmen, in welchem sich seine äußeren Verhältnisse trübten, und ihnnur in seinem Hause einen ruhigen Zufluchtsort finden ließen. Wiespäter in Ofen mehrere Dutzend Singvogel in seiner Arbeitsstube eine»Lärm schlugen, daß man sein eigen Wort oft nicht verstand, so warer in Kasan von einer Meute größtcntheilS sehr schöner, großer Hundeumgeben; fragte ein Fremder nach Littrow'ö Wohnung, so hieß eSnur: , „Gehen Sie da die Gasse hinunter, und wo Ihnen ein RudelHunde entgegenbellt, da treten Sie ein, das ist sein HauS." Littrownahm sich der Thiere auf das Sorgfältigste an und pflegte z. B.eigenhändig einen der Hunde, der sich einen Glasscherben in den Fußgetreten hatte, wobei er, beiläufig gesagt, dessen seinen Instinkt imGegensatze zu aller medizinischen Weisheit deS Menschen prieS; alser nämlich eines TageS seinen Patienten wieder besuchte, fand er ihnbeschäftigt, die nun beinahe vernarbte Wunde nach eigenmächtiger Ent-fernung deS Verbandes, den daS Thier durch mehrere Wochen ruhiggeduldet hatte, nur eben noch rein zu lecken. — Dafür hingen dennnun auch die Thiere an ihm mit der ihnen eigenen Dankbarkeit; dagab eS ein Hinzudrängen, Hinanspringen und Freudengebelle von allenSeiten, wenn er nach Hause kam, daß er oft selbst seine liebe Nothhatte, diese LiebeSbezeugungen in den nöthigen Grenzen zu halten.Als man nun zur Abreise schritt, mochten die Thiere merken, daß eSsich nicht um einen Spaziergang handele; obschon bis auf einen ein-zigen, der aber ohnehin in den Wagen kam, lauter Hofhunde, unddaher nicht gewohnt, mit ihrem Herrn außer HauS zu gehen, warensie doch, ehe man sich'ö versah, alle mit einander hinter dem Reise-wagen drein und auf keine Art zur Rückkehr zu bewegen. Selbst dieWolga mit ihrem tiefe», meilenbreiten Flußbette sollte keine zu harteProbe für die Treue dieser Thiere seyn, und als man sie nicht aufdie Fähre ließ, in der Hoffnung, daß sie nun wenigstens umkehrenwürden, setzten sie schwimmend über den Strom. Da sie nun abereinmal zurückbleiben mußten, so verschenkte sie Littrow in aller Eileso gut er konnte, mit der Bitte, sich ihrer zu versichern.
Die Reise ging nun über die Trümmer von Moskau nach Ofen,das Littrow am 28. Juli 1316 erreichte. Er erinnerte sich späterstets mit Freuden an Rußland und sein dortiges Privatleben, undbedauerte oft, durch äußere Beziehungen daraus verscheucht worden zuseyn. Die gesellschaftlichen Verhältnisse boten freilich um jene Zeitin Kasan besonderes Interesse; zu fern vom Kriegsschauplatze, umdessen Plagen zu theilen, war eS gerade nahe genug, um theils Flücht-linge, theils Verbannte aus den gebildetsten Familien aufzunehmenund so bei jener allgemeinen Calamität eigentlich zu gewinnen. Littrowgedachte immer gern der Tage, die er an der geistigen Culturgrenzeder heutigen Welt verlebt hatte, und es machte ihm stets innigesVergnügen, von Fremden aus diesem Lande besucht zu werden. Der