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Dritter Band.
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I. I. v. Littrow's Biographie.

letzte Russe, den er so sprach, war der Vicepräsident der Akademieder Wissenschaften zu Petersburg, Fürst Dondukoff-Korsakoff, dessenHerzlichkeit und rege Theilnahme an der Wissenschaft ihm daü Bildseiner früheren Jahre wieder lebhaft in die Seele rief.

Leider waren die neuen Verhältnisse nichts weniger alü geeignet,ihn das in Rußland genossene Gute vergessen zu machen. Gleich beiseiner Einfahrt in die Stadt erschrack Littrow, als er die Sternwarteauf der Spitze eines hohen BergeS, auf weit und breit fern vonmenschlichen Wohnungen erblickte, eine Lage, von der Pasqnich keinWort geschrieben hatte, obschon er später zu behaupten für gut fand,daß er absichtlich bei seiner Einladung diese Umstände in noch „vielschwärzeren Farben" geschildert hätte, als sie in der Wirklichkeit hätten.Der erste Besuch, den Littrow bei seinem Collegen machte, zeigte ihm,daß er hier mit einem mißgünstigen, herrsch- und ränkesüchtigen Cha-rakter zu thun habe. Traurig nnv voll der bösesten Ahnungen kamer zu den Seinigen heim, und suchte in verdoppelter wissenschaftlicherThätigkeit fröhlichere Gedanken. Das Wohnhaus an der Sternwartewar noch nicht in Stand gesetzt, Littrow mußte ein Quartier in derStadt beziehen, und zu jeder Beobachtung den steilen Berg ersteigen;indeß setzte er muthig und ausdauernd seine Arbeiten fort. — Einbezeichnender Umstand sollte jedoch Littrow bald vollkommen über dieSinnesart seines Genossen aufklären: Littrow hatte von Kasan aus,ohne eigentliche Bedingungen darauf zu gründen, von seinen früherenösterreichischen Diensten, von der nothgedrungenen Unterbrechung der-selben durch den Krieg und von den Vortheilen für seine Familiengesprochen, die die günstigeren PensionSgesetze Rußlands bieten unddie alle ihm und seinen Angehörigen entgehen würden, besonders wennman von Seite der österreichischen Behörden jene Unterbrechung involler Strenge gelten lassen wolle. Diese Aeußerungen in Littrow'sBriefe lagen sammt seinen eigentlichen Forderungen dem Hofrathe v.Nitray, Referenten in Studirangelegenheiten bei der k. Statthalterei,zur Einsicht vor, und dieser hatte darauf den Bescheid gegeben, daßnicht nur die als unumgängliche Bedingungen von Littrow hingestelltenPunkte, sondern auch diese Wünsche genehmigt würden, indem, daLittrow von Kasan berufen sey, ihm auch die dort verlebten Jahreals in österreichischen Diensten zugebracht angerechnet werden sollten,er ferner nach dreißig Jahren Dienst mit dem vollen Gehalte sichpensioniren lassen könne (während in Oesterreich sonst vierzig Jahredazu gehören) und endlich, daß dessen Gattin ein Dritttheil der Be-soldung als Pension erhalten werde (während die gewöhnliche Normein Sechstel beträgt). Alle diese Bewilligungen hatte PaSquich ver-schwiegen, und da er zu bewirken gewußt, daß auch die amtlichen Pa-piere, welche Littrow über seine neue Anstellung erhielt, keine Erwäh-nung davon thaten, ihn für immer um diese seine wohlerworbenenRechte gebracht. — Die unglückliche Lage der Sternwarte machte eSLittrow unmöglich, eine praktische Thätigkeit zu entwickeln, die ihnsolche Dinge vergessen gemacht hätte; er fragte eines Tages Paöquich