Band 
Dritter Band.
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3. I. v. Skttrow'S Biographie.

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ganz unbefangen, warum er denn die Sternwarte da herauf gebauthätte. „Bloß well dle Universität sich dagegen setzte," lautete dieAntwort. — Mit Kmeth, dem Adjüncten der Sternwarte, war PaS-quich bereits vor Littrom's Ankunft in das widrigste Verhältniß ge-treten ; um seine „suotorilss dirseliorglis", von der er immer sprach,zu wahren, hatte er ihn sorglich an jeder höheren Ausbildung in sei-nem Fache verhindert, und erklärte nun gegen Littrow, den Kmethum ein Werk über Trigonometrie gebeten hatte, gerade heraus: „WennSie dem Kmeth ein Buch leihen, so sind wir Feinde." — Littrowfand unter andern daS große Aequatorial auf seinem marmornenPiedestale so zweckwidrig aufgestellt, daß eS gar nicht rectisicirt wer-den konnte, und trug sich an, um schneller zum Ziele zu kommen, aufseine Kosten den Stein, so wie eS nöthig war, behauen zu lasten.Allein PaSquich antwortete: oZo, gut nemo; nsm Iisee omnia

M6S 5UNt."

Littrow drückte den innigen Groll, welchen solche Verfahrungs-weisen ihm erregten, mit Ergebung in sein Schicksal zurück, um womöglich den seit den Kasaner Erlebnissen ihm doppelt lieb gewordenenFrieden zu erhalten, mußte aber doch erkennen, daß hier seines Blei-bens nicht sey; schon mit dem Ende des Jahres 1816 richtete er sichan seine Fachgenoffen: Lindenau, OlberS, TrieSnccker, Gauß, Carlini,Bohnenberger, Beste! rc. mit der Bitte, ihm, wenn sich eine annehm-bare Stelle finden sollte, Nachricht davon zu geben, damit er sich so-fort darum in Competenz setzen könne. Zugleich zog er sich so vielmöglich zurück, und beschäftigte sich mit theoretischen Untersuchungen;die eben entstandene Zeitschrift für Astronomie von Lindenau und Boh-nenberger hatte an ihm einen ihrer thätigsten Mitarbeiter, zugleichbegann er eine Uebersetzung von Usplsok Exposition äu s^stoms äuinonüs, die leider aus Mangel an einem Verleger nicht vollendetwurde, obschon Littrow in seiner gewohnten Uneigennützigkeit garkein Honorar verlangt hatte. In einem der Beiträge zu der ebengenannten Zeitschrift machte Littrow zuerst darauf aufmerksam, daßder Polarstern sich auch außer dem Meridiane zu Breitenbestimmungeneigne, und der reisende Astronom wird es ihm immer Dank wissen,daß er nun jenes Element in einer einzigen heiteren Nacht mit der-selben Genauigkeit kennen lernen kann, zu welcher früher kaum ganzeMonate hinreichten.

Im Januar 1817 starb TrieSnccker und Littrow bewarb sich un»verzüglich um die dadurch an der Wiener Sternwarte erledigte Direktor-stelle. So freudig aber die Hoffnungen waren, mit welchen ihn dieseAuSsicht auf eine baldige Erlösung erfüllte, so sehr trübten sich dieunmittelbar ihn umgebenden Verhältnisse, so sehr mußte er wünschen,seiner Noth wirklich bald ein Ziel gesetzt zu sehen. Wir lassen einigeAuSzüge auö Briefen folgen, die er um diese Zeit an Bohnenbergerschrieb und worin er seine traurige Lage schildert.