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3. I. v. Littrow's Biographie.
3. März 1817.
„Ich bin hier nicht zufrieden, leider aus sehr guten Gründenund die ich so bald nicht wegräumen werde. Wenn ich ein anderesPlätzchen wüßte, wo ich in zurückgezogener Stille thätig und nützlichseyn könnte, ich würde nicht lange anstehen, diesen Ort zu verlassen,an dem ich wohl nie glücklich seyn kann. Es muß eben keine Stern-warte seyn, und die Professur eines setzen anderen Zweiges der Ma-thematik wäre mir willkommen. Wenn Sie so was hören, so ver-gessen Sie nicht den verwünschten oder verwunschenen Astronomenunter seinen Hexen auf dem BlvckSberge."
„Haben Sie auch schon den Frühling bewillkommt? Hier ist erbereits seit drei Wochen in seiner ganzen Pracht eingezogen. WelcheTage! wie ganz anders in Kasan! und doch — wäre ich dort ge-blieben !"
8. Mai 1817.
„Ich habe die Ehre, Ihnen wieder einen kleinen Beitrag zurZeitschrift zu schicken, und bitte Sie, denselben mit Ihrer bisherigenfreundlichen Nachsicht aufzunehmen. Am liebsten würde ich IhnenBeobachtungen schicken, da man solche von dieser Sternwarte mit Rechterwartet; aber eS ist mir nicht vergönnt, alle die Hindernisse wegzu-räumen, welche den Beobachtungen im Wege stehen, und die beinahealle von dem kommen, von dem man sie am wenigsten erwarten sollte.Wenn ich nicht in ewigem fruchtlosen Kampfe leben will, so bin ichgezwungen, ruhig abzuwarten, bis die bessere Sonne aufgeht oder bisich in eine andere Gegend versetzt werde. Ich bin der immer wieder-kehrenden vergebenen Versuche auch bereits etwas müde, doch soll dieelende, obschon sehr bequeme Maxime: „Laß es gehen, wie es geht,"nie die meine werden. Bis zu jenem besseren Tage also, der vielleichtnicht mehr fern ist, nehmen Sie mich, wie ich bin, wie ich seyn kann.Eö wird mir oft sehr schwer, mich auch nur einige Stunden von die-sen Armseligkeiten, die mich von allen Seiten umfassen, loözuwinden,und meine Aufmerksamkeit auf eine meiner mir sonst so angenehmenBeschäftigungen zu richten, und doch sind diese wenigen Stunden wie-der die einzigen frohen, die ich hier lebe. Ader — Muth und Hoff-nung! non si ms>6 nuno, et oliin sio erit."
26. Oktober 1817.
„Möchte doch der Himmel geben, daß ich Ihnen bald recht guteund recht viele Beobachtungen von unserer Sternwarte schicken könnte.Allein bisher ist noch wenig Hoffnung dazu. Ich versprach mir soviel, ich zog mit so schönen Aussichten von der äußersten Grenze Eu-ropas her und muß nun zusehen, wie erbärmliche Tracafferien undkleinliche Leidenschaften jede Pflanze, die hier keimen will, in ihrerGeburt ersticken. Die Unannehmlichkeiten, mit denen ich in Kasanumgeben war, sind mir noch sehr lebhaft im Gedächtnisse, aber ichhabe demungeachtet noch nicht einen Augenblick aufgehört, mich zu allden braven Männern zurückzuwünschen, die ich dort verlassen habe.