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Dritter Band.
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I. I. v. Littrow'S Biographie.

Algebra und Geometrie", in der er der erste mit vieler Originalitätund zu großem Nutze» des StudinmS die Scheidewand zwischen dersogenannten Elementar- und höheren Mathematik aufhob, welche bis-herige Trennung nur in der Geschichte dieser Fächer ihren Grund hatte;seine „Kalendariographie", ein inhaltreiches chronologisches Handbuch;der dritte Band zu seiner „theoretischen und praktischen Astronomie",ein sehr vollständiges Compendium der Mechanik des Himmels; seine„Dioptrik", durch deren Bearbeitung er veranlaßt wurde, den erstenAnstoß zur Dialyse bei achromatischen Fernröhren zu geben, die inden Händen des berühmten Optikers Plößl so reichliche Fruchte trug,und worüber man hier (I- S. 22 t) einen populären Aufsatz findet;endlich seine „Vorlesungen über Astronomie", ein wahres Grundbuchder Wissenschaft, das sich vor der „theoretischen und praktischen Astro-nomie" durch neuere Methoden auszeichnet, und insbesondere zumSelbststudium wie zu Vortragen sich weit besser eignet; eö erschienvor einigen Jahren in russischer Sprache.

Im Jahre 1825 wurde Littrow zum Mitgliede der Commissionernannt, welche zur Regulirung der Maaße in Oesterreich eingesetztwar, und leistete durch die erste» zu Wien angestellten genauen Pen-delbeobachtungen und andern Arbeiten dabei ausgezeichnete Dienste.— Zugleich begann er seine Stellung in der Metropole zur Unter-stützung auswärtiger Astronomen zu benützen; die Sternwarten zuKremSmünster, Prag, die Universität zu Kasan und andere Anstaltenerfuhren vielfache Beweise seiner regen Theilnahme an ihrem wissen-schaftlichen Gedeihen. — Im Jahre 1826 trat Littrow in das wenigeJahre vorher in Wien gegründete allgemeine Wittwen- und Waisen-PensionSinstitut und zwar — bezeichnend genug für seinen arglosenund wo er keine besondere Ursache zu Mißtrauen hatte, sich blindlingsselbst mit bedeutenden Opfern hingebenden Charakter — ohne, wieer eS doch so leicht hätte thun können, sich irgend früher mit derPrüfung der inneren Einrichtung fener Anstalt zu befassen. Schondas Jahr daraus sah das Institut sich gezwungen, wegen bedrängterLage den Rath des Mannes einzuholen, der eben erst durch seinenEintritt sich an dem Schicksale der Anstalt betheiligt hatte. Nun erstsing Littrow an, sich mit dem Gegenstände bekannt zu machen undüberzeugte sich leider bald, daß diese Anstalt ohne alle Sachkenntnißgegründet, einem völligen Ruine rasch entgegengehe, wenn nicht fürgründliche Abhülfe auf das schleunigste gesorgt würde. Mit einerkeine persönliche Rücksicht scheuenden Offenheit, mit der uneigennützig-sten Redlichkeit machte er die nöthigen Vorschläge, stieß aber beimehreren einflußreichen Mitgliedern deS Ausschusses auf hartnäckigenWiderstand. Nachdem er eine geraume Weile sich alle Mühe gegebenhatte, der Wahrheit Bahn zu brechen, gab er endlich die Hoffnungdazu auf und verzichtete selbst durch die Einstellung seiner weiterenBeiträge auf daS ganze bis dahin eingelegte Kapital, den mühseligerworbenen Sparpfennig vieler Jahre, zum Theile, um seinen eigenennun einmal sicher zu erwartenden Verlust nicht noch zu vergrößern,