Band 
Dritter Band.
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I. A. v> Littrow'S Biographie.

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eben so sehr für ihn ein, als sie durch angeborene Würde imponirte.Von mittlerer Statur, hatte er in seiner Jugend als ein schöner Manngegolten, und bis zu seinem Ende blieben ihm geistvolle GesichtSzüge,ein offenes, sprechendes Auge, ein wohlgebildeter Mund, fester, sichererGang, aufrechte, entschlossene, von natürlichem Anstande belebte Hal-tung. Obschon seine Physiognomie im Ganzen einen höchst entschie-denen Eindruck machte, so hatte sie doch so viele überaus feine undbewegliche Züge, daß alle Versuche, ihn zu portraitiren, obschon die-selben oft von gefeierten Künstlern unternommen wurden, mißlangen.Erst nach seinem Tode sollte eS unserem genialen Bildhauer A. Diet-rich gelingen, aus jenen verunglückten Portraiten, einem nach demLeben abgenommenen, aber in der damaligen Zeit nachgedrungen nochsehr unvollkommenen Daguerreotype, welches wir Herrn Custoö Martinverdanken, und einer von Joseph Danhauser auf der Leiche geformtenGipSlarve den Verewigten in einer Büste darzustellen, deren sprechendeAehnlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Nach dieser Büste, dienun im ObservationSsaale der Wiener Sternwarte steht, wurde daShier beigegebene Titelkupfer gefertigt, welches als Portrait jedem frü-heren weit vorzuziehen ist.

UnS aber sey erlaubt, dem geistigen Bilde, das wir im Obigenvon Littrow'S Charakter zu entwerfen versuchten, noch durch mancheuns eben erinnerliche Züge aus seinem Leben einige schärfere Umrissezu geben.

Littrow sprach gern und häufig von Dingen, die ihm angenehmund wünschenswerth schienen, und malte sich dieselben vielleicht gerade,weil er nicht daran dachte, sich sie anzuschaffen, mit allen Farben derEinbildungskraft. Er fand ein Vergnügen darin, Verhältnisse als er-freulich zu schildern, in die er sich doch im Ernste nimmermehr bege-ben hätte, ja manches, wie den Besitz eines treuen Hundes u. dgl.,zweideutige Beigaben des Lebens, wußte er in gewissen Stimmungenals unentbehrliche und der Eristenz des Menschen wesentlich nothwen-dige Bestandtheile darzustellen; wer ihn nicht kannte, glaubte des Man-nes heißesten Wünschen entgegenzukommen, wenn er ihm so geschwindals möglich einen großen Hund oder um was cS sich eben handelte,inS HauS schickte. Eine solche wörtliche Auffassung seiner flüchtig hin-geworfenen Worte konnte Littrow zur Verzweiflung bringen; er nanntedies eine Schwerfälligkeit, die allen Verkehr hindere und meinte, wennman eine zufällige Empfindung, einen augenblicklichen Einfall nichtmehr auSsprechen dürfe, ohne daß die Leute glaubten, man lege seinGlaubensbekenntniß ab, so sey es besser, ganz und gar zu schweigen.Leute, die in nahes Verhältniß zu ihm gekommen waren, ohne ihnfrüher genau gekannt zu haben, verursachten ihm so mit den bestenAbsichten manchen kleinen Aerger, da sie, wenn er z. B. eine Blumeund deren Geruch im Vorübergehen tadelte, durch seine rednerischeSprechweise irre geführt glaubten, das Gewächs sey ihm antipathisch,und es ausrotten ließen; ein ander Mal äußerte er sich über eine,ihm eigentlich ganz gleichgültige Frau, mit der ihm eigenen Genauigkeit