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I. I. v. Littrow's Biographie.
des Details, lobte, wenn er nichts Anderes an ihr gut fand, ihr Or-gan, ihre Zähne u. s. w.; man glaubte, er intcressire sich ganz be-sonders für die Dame, man lud sie ein, setzte sie an seine Seite, under war ganz unglücklich, immer an dieselbe, ihm höchst indifferentePerson gekettet zu werden. Als dergleichen kleine Mißverständnisseöfters vorgefallen waren, gab er eines Tages seiner Schwiegertochterden Auftrag, jene ihm sonst so werthen Leute in seinem Namen zubitten, doch nicht Alles, waS er rede, gar so buchstäblich zu nehmen.„Sage ihnen," sagte er anfänglich ganz ruhig, „daß ich nicht zusprechen, mich nicht zu bewegen wage, wenn ich fürchten muß, jedesWort, jeder Wink werde so genau genommen und danach gehandeltwerden. Ja, sag' ihnen," fuhr er lebhafter fort, „und mache ihnenbegreiflich, daß ich nicht alles wörtlich meine. Sag' ihnen, daß ichein Aufschneider, ein Lügner, ein Esel, ein alter Narr sey, sag' ihnen,WaS Du willst, nur mache, daß eü anders wird."
Wie hier so gefiel sich Littrow überhaupt in einem gewissen Ver-kleinern seiner selbst, ganz besonders, wenn eö Eigenschaften, Würdenoder dergl. betraf, über die er häufig Complimente hören mußte, undüber die doch niemand bescheidener dachte als eben er. „Der KanzlerMüller," schreibt er aus Weimar, „ist, glaube ich, in mich verliebt.Er trieb es so arg, daß mir angst und bange wurde. Als er michder Großherzogin vorstellte, kündigte er mich als den liebenswürdigstenund geistreichsten aller Naturforscher an, so daß ich mein altes Hülfs-mittel hervorsuchen mußte, indem ich hinzusetzte: „„wenn man nämlichvon hinten zu zählen anfängt." " — Wie er sich spottweise gewöhn-lich den Sterngucker, Schulmeister oder mit einem ähnlichen Titelnannte, so machte eS ihm auch inniges Vergnügen, folgende ihm vonseinem Freunde Chladni, dem bekannten Akustiker, zugekommene Anek-dote zu erzählen, wo eS nur immer Gelegenheit dazu gab. — Chladnibesuchte eines Tages das Bergwerk in Freiberg, fand aber, da ebenMittagruhe war, nur einen Bergknappen, mit dem er sich zum Zeit-vertreibe in ein Gespräch einließ. Unter andern fragte Chlvdni, wieviele und welche Beamte am Bergwerke angestellt seyen. „Das werdeich Ihnen gleich sagen," versetzte der redselige Knappe, „wir habeneigentlich dreierlei Beamte: Theoretiker, Praktiker und Direktoren."Chladni, den diese strenge Eintheilung überraschte und eine belustigendeLösung erwarten ließ, forschte nach den Unterschieden dieser drei Klaffen.„DaS verhält sich folgendermaßen, mein Herr," fuhr der Befragte inbelehrendem Tone fort, „die Theoretiker wissen, wie sie's machen sollen,können's aber nicht; die Praktiker können'S wohl machen, wissen abernicht, wie sie'S anstellen; die Direktoren aber — nun die wissen nicht,wie sie'ö machen sollen und können's auch nicht machen."
Als Littrow in der letzten Zeit seines Lebens so viel mit seinemHaushalt zu schaffen hatte nnd Niemand finden konnte, der denselbenzu führen und zugleich seinen Anforderungen in geselliger Beziehungzu entsprechen vermochte, gerieth er in innigen Aerger über unsereErziehung der Frauen, von denen keine ordentlich zu kochen wisse, ohne