68
Temperatur, bey welcher diese Zerlegung Statt haben kann, von der Natur desgebrauchten Brennmaterials, und von der Menge des in einer bekannten Zelt verzehrtenGases ab. Durch Abänderung der Bedingungen dieser unbestimmten Aufgabe verschafftman sich die verschiedenen Grade von Hitze, welche man nöthig hat, von jener unsererWohnungen an, bis zur Hitze unserer Glasöfen.
Das Verbrennen fängt an nnd der Wärmestoff entbindet sich, sobald die Temperaturso stark ist, daß die Zerlegung des Gases Statt haben kann. Ein entzündetes kleinesTheilchen erhebt die Temperatur seiner Nachbarn, woraus denn die allmählige Entzündungund die Entwickelung einer größeren Menge Wärmestoffs entstehet. So wirkt z. B. einFunke auf den Zunder, dieser auf den Schwefel eines Schwefeihölzchens, und derSchwefel auf das Holz. Von dieser Beschaffenheit ist das Verbrennen des Pyrophorsbey der gewöhnlichen Temperatur des Luflkreises, und des Phosphors bey einer Wärmevon 25 bis zo Graden.
Wenn das Verbrennen in einem Herde von bestimmter Größe geschiehet, .so hält dasZunehmen der Wärmestoffentwickelung nach dem Maaße der allmähligen Temperatur-erhöhung, der Menge des ihm gereichten Brennmaterials und des Sauerstoffs au; aberdieses Zunehmen hat eine Gränze, welche von der Menge Luft, die der Herd empfangenkann, und von der Menge und Beschaffenheit des Brennmaterials abhängt. Ist dieseGränze erreicht, so wird die Entwickelung des Warmestoffs beständig, das ist, sie wächstnicht mehr.
Wenn diese Wärmestoffentwickelung in einem Ofen, statt in freyer Luft, vor sichgehet, so wird die Aufgabe verwickelter. Es ist in diesem Falle nicht mehr genug, aufdie Natur des Brennmaterials und die Größe des Herdes Rücksicht zu nehmen; manmuß auch noch die Lage dieses letzteren, die innere Gestalt und den Raum des Ofens, dieGröße und Lage der Ausgänge der Flamme, den Zustand der Atmosphäre und dieRichtung des Luftzugs, der das Feuer unterhält, in Betrachtung ziehen. Alle dieseElemente müssen ergründet und bestimmt werden. Es giebt zwischen ihnen ein gewissesVerhältniß, das nur allein im Stande ist, das Maximum der Temperatur hervor-jubringen, oder es in bestimmten Gränzen zu erhalten.
§- 38 -
Man kann die verbrennlichen Körper in drey Hauptklasien eintheilen. Die ersteenthält die Materien, welche man bis jetzo nicht weiter hak zerlegen können, wie denPhosphor, den Schwefel, das Wasserstoffgas, den Kohlenstoff, die Metalle; diese sinddie einfachen verbrennlichen Körper. Die zweyte Klaffe begreift die Körper, welche ausder Verbindung der erstern unter sich entstehen; hierher gehören das Alkohol, dieverschiedenen brennenden Geister, die Oele aus dem Gewächs-, Thier- und Mineralreich;diese sind die zusammengesetzten verbrennlichen Körper; endlich gehören in die dritte Klassealle Körper, welche durch die Verbindung der einfachen und zusammengesetzten brennbarenKörper, theils unter sich, theils mit andern unverbrennlichen Körper», entstehen, wiedieVegetabilien von verschiedener Art, unter welchen das Holz und die daraus entstehenden