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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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Zersetzung Statt findet, dann erst wird das Brennmaterial vollständig benutzt; esentwickelt dann die größtmöglichste Menge von Wärmestoff, und es geht auch nicht dergeringste Rauch zu den Arbeiislöchern heraus. Die Größe des innern Raums des Ofensdient also nicht blos, die-Gefaße zu enthalten, und den auf dem Herde entwickeltenWärmestoff aufzunehmen; er trägt mich noch kräftig zur Verbrennung jener Substanzenbey, welche der in dem Herde befindliche Luftstrom schon fortführte, ehe sie noch Zeithatten, sich gehörig zu verbinden.

Diese Betrachtungen sind den Naturlehrern, welche sich zuerst mit der Hitze derOefen beschäftiget haben, nicht entgangen. Boerhave giebt die Beschreibung einerMaschine zum Verbrennen des Rauchs, welche von Dalesme erfunden wurde;diese war nichts anders, als ein besonderer Ofen, in welchem eine vollkommene Ver-brennung Statt haben konnte, und der nach den vorangeführten Grundsätzen erbauetwar. Das Brennmaterial wird, wie in vielen andern Oefen, auf einen Rost gelegt;aber der das Feuer unterhaltende Luftstrom geht nicht von unten nach oben, um die Flammezu erheben; er trifft vielmehr den oberen Theil des Herdes, nöthiget die Flamme von obennach unten zu steigen und einen unter dem Herde befindlichen Kanal zu dlirchstreichen,von wo sie sich wieder erhebt, um den Schornstein zu erreichen. Ist der Bau nach denerforderlichen Verhältnissen gemacht, so kann man Hol; von aller Art^ selbst Steinkohlen,dann verbrennen, ohne daß mau die geringste Spur von Rauch am Ausgange desSchornsteins bemerkt. *

i Die Verbrennung des Rauchs hängt hauptsächlich von dem starken Lnftzng und der dadurchbewirkten höheren Temperatur ab. Der Ofen mag gebanct seyn wie man will, so wirdimmer anfänglich Ranch bey den Ansgängen bemerkt werden. Erst alsdann wen» der Ofendie gehörige Temperatur erhalten hat, verschwinden sie. Man siehet dieses sehr deutlich ander araandischcn Lampe. Anfänglich raucht der angezündete Dacht wie eine gemeineOellampe, sobald man aber den Glascnlindcr aufsetzt, wird der Luftzug verstärkt, folglichwehr Sauerstoffgas zugeführt, welcher sich mit den kohligen Theilen des Rauchs verbindet,Wärmestoff frey macht, folglich die Hitze vergrößert und den Rauch verschwinden macht.

Zusatz. Da dieser Ofen die Grundlage zu den Porzellan- und Fayenceöfen ist, sowird es dem Leser nicht unangenehm seyn, hier die Beschreibung zu finden. DerErfinder war ein Künstler zu Paris , Namens Dalesme, im Jahr 1686. undder Engländer Justelius machte ihn zuerst öffentlich bekannt. Die Einrichtungist folgende, stehe Fig. 69. Taf. K.: AB CD ist ein an beyden Seiten offenerCylinder von starkem Eisenbleche, unten bey BD ist ein Rost eingelegt. DieserCylinder, welcher eigentlich den Herd des Ofens ausmacht, ist an die unter einemrechten Winkel gebogene,ebenfalls aus Eisenblech verfertigte Röhre EFG befestiget,die mit ihm gleiche Weite hat. DaS Ende E ist verschlossen, das Ende G aberoffen. Die Röhre EFG wird zuerst stark erhitzt, hierauf legt man glühendeKohlen auf den Rost J 5 D, und auf diese irgend ein Brennmaterial, dieentstehende Flamme steigt in die Röhre EF hinab, und geht durch den Theil FGsammt der Hitze, der Oesftiung G heraus, der Rauch muß den nämlichen Wegdurchlaufen und durch die Flamme gehen; hier wird er fast gänzlich zerlegt, i»