74
Flamme verwandelt, und man bemerkt an der Oeffnung G nichts mehrdavon.
Boerhave hat diesen Ofen folgendermaßen abgeändert. Fig. 70 . Taf. 8 -ABCDEF ist ein aus 5 Eisenblechkafeln sorgfältig zusammengeschlagenerKasten. In der Höhe EI ist der Rost KILM eingelegt. In derSeitenwandDF wird unten bet? N O eine elliptische Oeffnung angebracht, deren Breite —MK, deren Höhe aber — EI ist. An diese Oeffnung wird die unter einemrechten Winkel gebogene gleichweite Röhre 0 614 befestiget, die bey ON und Hoffen ist. Anfänglich werden glühende Kohlen auf den Rost EX und auf dieRöhret? gelegt, um diese und den Kasten zu erwärmen; sobald dieses geschehenist, dringt die Lust durch die untere Oeffnung OM ein, und geht bey der obernII heraus. Wird nun Brennmaterial auf die glühende Kohlen des Rostes gelegt,so treibt der Luftstrom die entstehende Flamme und Ranch durch die OeffnungN O in die Röhre; und da hier beyde einen ziemlich langen in hoher Temperatursich befindenden Raum zu durchlaufen haben, so kann die Zerlegung des Sauer:stoffgases und der «»zersetzten Theile des Rauchs vor sich gehen, so daß man ander Oeffnung H keinen Rauch bemerkt, und eine große Hitze in der Röhreentsteht. Nach eben dieser Theorie sind die Porzellanöfen gebauet. Diesebestehen in einer Art von runden Thurm, an vier Seiten desselben sind seitwärtsOeffnungen angebracht, und vor jeder ein Herd gemauert, auf welchem ein Rostliegt, der sich mit der obern Kante jener Oeffnungen in einer waagerechten Liniebefindet. Auf diesen wird das Feuer unterhalten. Flamme und Rauch gehendurch den Rost in die Seitenöffnnngen des Ofens, steigen da empor, und bringeneinen sehr beträchtlichen Grad von Hitze hervor. Eben so könnte man die Oefenzum Aufwärmen der Häfen einrichten.
§. 4 ^'
Die Anstheilung der Arbeitslöcher und der andern Ausgänge der Flamme, verdienteine besondere Aufmerksamkeit r sie dienen zur Erreichung mehrerer wichtigen Zweckezugleich. Ihre Abmessungen müssen, wie wir schon gesehen haben, so beschaffen seyn,daß alle Substanzen, die keiner Verbrennung Md irgend einer Verbindung im Innerndes Ofens fähig sind, leicht entweichen können. Ihre Höhe über dem Herde ist eineder Bedingungen, unter welchen die Fähigkeit eines Ofens, Luft einzufaugen, sehrbegünstiget wird»
Wenn man Feuer in einem Kanal entzündet, der aus zwey miteinander in Ver-bindung stehenden Zweigen bestehet, wie bey der Dalesmifchen Maschine, so wird allezeitder Luftzug aus dem niedrigern Theil des Kanals in den höher gelegenen gehen, so geringauch der Unterschied der Höhe seyn mag. Die Ursache hiervon ist diese: Die in demHerde erhitzten Dünste und Gasarten werden spezifisch leichter als die atmosphärischeLuft, sie suchen sich darin zu verbreiten, und steigen wirklich darin in die Höhe, indemüe sich nach dem Theil des Kanals zu begeben suchen, wo sie den geringsten Widerstand