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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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uur in ein und ebendemselben Hafen, sondern auch von einem Hafen zum andern durchausgleicharkig fene; so sucht man der Flamme eine gleiche Bewegung gegen alle Häfen zuverschaffen, indem man die Arbeüslöcher und die Häfen symmetrisch in Rücksicht desinnern Raums des Ofens ordnet.

Wenn diese Einrichtung gut gemacht ist, so sieht man aus jeder Oeffnuug einenauf den Wänden senkrecht stehenden Flammeustrahl herausschießen. Seine Stärke ist einWeaweiser, der hinlänglich genau anzeigt, ob diese Bewegung in allen Theilen desOfens gleich groß sey; und wenn man eine Ungleichheit bemerkt, so ist es leicht, vermittelstder Register in den Schürlöchern dadurch abzuhelfen, daß man einen stärken, Luftzuggegen die Theile Hinleiter, wo die Bewegung der Flamme am schwächsten ist.

Wäre dieses die einzige Sache, welche Einfluß auf die Temperatur hätte, so wäreman beynahe Meister, ihre Intensität in dem ganzen Raum des Ofens gleich zu machen;man würde keinen merkliche» Unterschied zwischen der Temperatur verschiedener Punktefinden, wenn anders der Zustand der Wärmestoffentbindung der nämliche bleibt. Ebenso würde es sich bey verschiedenen ähnlichen, aber ungleich großen Oefen verhallen, wennbey gleicher Geschwindigkeit die Menge des Wärmestoffs dem Inhalt ihres innern Raumsproportional ist. Demohngeachtet ist die Temperatur, wenn auch jene Bedingungenerfüllt sind, doch nicht gleich, und man muß zu einer zweyten Ursache seine Zufluchtnehmen, um in Verbindung mit der ersten eine Erklärung zu finden. 1

i Meines Dedünkens mti|l man die Menge vonWärmcstoff überhaupt wohl von seiner Dichtigkeituntcrschcibrn. Es ist richtig, daß man in einen großen Ofen mehr Wärmestoff bringenkann als in eine» kleinen; aber daraus folgt nicht, daß in jenem auch die Dichtigkeit,wovon doch eigentlich die Temperatur abhängt, größer ftpn müsse als in diesem, es sey 'denn, daß man in dem größer» nach Verhältniß weit mehr Brennmaterial verbrenne als indem kleinern. Eine Flüssigkeit verdichten, heißt überhaupt, sie in einen engern Raum bringen.Nun sieht jedermann leicht ein, daß man zum Beyspiel Lust in dem Raume eines Kubikfüßesauf eben den Grad verdichten könne, wie iit einem Raume von j 6 Kubikfuß. Kaun uidiesem lehtern die Luft in eine» achtmal engern Raum gebracht werde», so ist kein Grundvorhanden, warum solches nicht auch in dem erster» sollte geschehen können. Eben soverhält es sich mit dem Wärmestoff, als einer ebenfalls elastischen Flüssigkeit. Auch lehrtdieses die tägliche Erfahrung: mau kann z.D. Eisen ebensowohl in einem kleinen Windofc»,wie in einem großen schmelzen. Ist es nun richtig, daß das Schmelzen des Eisens in jedemFalle, unrer übrigens gleichen Umstände», einerley Grad der Temperatur erfordert; so mußauch richtig seyn, daß in einem kleinen Windofc» eben die Temperatur wie ist einem großenherrsche. Wenn aber die zu schmelzende» Massen in beyden Fallen ungleich sind, so wirdzu der größeren Masse zwar mehr Wärmestoff, nicht aber eine größere Dichtigkeit dcsiclbcn' 'erfordert. Daher kann es geschehen, daß man in einem große» Ofen zwar mehr Masse alsin-einem kleinen schmelzen kann, weil in jenem mehr Wärmcstoff ist; demohngeachtet kaundie Dichtigkeit des Wärmcstoffs in beyden gleich seyn, weil zu dem Schmelzen nur einerleyGrad von Dichtigkeit, oder einerley Temperatur erfordert wird. Dast übrigens die Tcnuperatur in allen Punkte» eines Ofens nicht gleich sey, hat seine vollkommene Richtigkeit;allein das, was L oysc l in dem folgenden 52. §. davon sagt, erklärt nach meiner Einfiel»,die Sache kciucswcgcs. Eine kleine Ucbcrlcgung giebt die llrsache dieser Verschiedenheitohne Schwierigkeit an Hand. Der Wärmestoff, als eine elastische Flüssigkeit, sucht sich nachallen Seiten auszubreiten, und bcgiebt sich vorzüglich dahin, wo er den geringsten Widerstand