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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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130
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dieses geschiehet ohne große Umschweife, am besten in einem alten Schmelzofen,in welchem die Steine, nach Art derZiegler, aufgestellt werden; man feuert dannin beyden Herden, und kann die Steine nach Gefallen durchbrennen. DieseOefen heißen steh sehr gut, und da die Arbeitslöcher sehr dünne sind, . so ist dieArbeit sehr bequem, nur «schade, daß sie kaum io Monate gut gehen; aberwahr ist es auch, daß man einen solchen Ofen in 14 Tagen bauet und in Gangbringt. -

2. Die Fundamente eines Schmelzofens müssen ganz nach den Grundsaßenangelegt werden, welche man bey Erbauung der Oefen zu metallurgischen Arbeitenbefolgt. Es müssen daher kleine Kanäle, sogenannte Abzüchte, in Menge ange-legt und solche Materialien gebraucht werden, welche wenig oder keine Feuchtig-keit anziehen. Hiergegen wird auf den meisten Hütten grob gefehlet. Gewöhnlichstecken die Oefen tief in der Erde, an Abzüchte ist gar nicht zu denken, und daherzum Theil der ungeheuere Holzverbrauch. Daß aber dieser Umstand von sehrgroßer Wichtigkeit ist, zeigt folgende Erfahrung. Ein Ofen nach alter Art tiefin die Erde, ohne Abzüchte, und ohne Rost in dem Herde, konsumirie beytrockner Witterung in 24 Stunden 28 Klafter Holz, das Klafter zu 4 Fuß hochund weit, das Scheit zu 18 Zoll. Nach einer anhaltenden nassen Witterung,wodurch die Feuchtigkeit tief in den Boden gedrungen war, giengen in der näm-lichen Zeit 32 Klafter auf; dagegen verzehrte ein mit Abzüchte» und Rost imHerde versehener, dabey in einem Aufwurf gelegener Ofen, in 24 Stunden,19 bis höchstens 22 Klafter Buchenholz, von der nämlichen Qualität, wie dasobige, und demohngeachtet war die Hihe um ein beträchtliches stärker, als indem alten Ofen, in diesem dauerte die Schmelze 28 bis z6Stunden, in jenem aber18 bis 22 Stunden. So verhielt es sich bey einzelnen Versuchen; in dem Ver-lauf eines Jahres war die Ersparniß noch größer, denn der Holzverbrauch wurdein dem Verhältniß von 9 auf 5 herunter gebracht.

Die Abzüchte müssen angelegt werden, der Ofen mag einen großen Kanalunter sich haben oder nicht, denn dieser schlißt nur den mittleren Theil, nichtaber die zur Seite gelegenen Theile; ferner sind eben deswegen bloße Kreuz-abzüchte nicht hinreichend, sondern sie müssen den ganzen Ofen umfassen. Endlichmüssen diese Abzüchte auch an zwey Seiten irgendwo zu Tag ausgehen, damitdie Luft durchstreichen, und die durch die Wärme in Dünste verwandelte Feuchtig-keit abführen kann.

3. Die Anlegung eines Rostes in jedem Herde ist eine Hauptbedingung, wennBrennmaterial ersparet, und einegroßeHihe hervorgebrachtwerden soll. Unbegreiflichist es, wie man auf den meisten Hütten mit einem solchen Leichtsinne über diesenPunkt hinweggehen kann. Man unterhält das Feuer auf einem ebenen Herde,und läßt nur in der Vorwand, welche den Herd schließt, einige Oeffnungen;diese wirken zwar auf das eben eingeworfene Holz: allein dieses ist noch nichthalb verbrannt, so trägt man schon frisches nach. Das erstere wird durch dieses