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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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Ebenfalls wie oben, woraus sich ergiebt, baß obiges Verfahren dem Ver-langen gänzlich entspricht.

Ist demnach die Weite eines OfenS, und die Höhe feines Gewölbes gegeben,so ist es leicht, die erforderliche Ovallinie auf einen Lehrbogen zu zeichnen, denman von Brettern machen läßt und auf die beyden Latten ab, und cd Fig. 34.die Mittelpunkte durch eingeschlagene Nagel bemerkt. Zwey solcher Lehrbogenwerden in dem Ofen so aufgestellt, daß sie sich unter rechten Winkeln schneiden. Andie Mittelpunktnägel werden Schnüre befestiget, durch die man leicht erfahret,ob die aufgelegten Gewölbsteine die rechte Lage haben, das heißt, ob ihre oberenFlächen durch den zugehörigen Mittelpunkt gehen. Auch ist es leicht, die Form zu-den Gewölbsteinen zu machen, man darf nur auf jeden Bogen die untere Dickeder Steine 1 bis iZ Zoll tragen, an diese Punkte und den zugehörigen Mittelpunkl ein Linial legen, und auf ein untergelegtes Brettchen die Linien ausziehen,so hat man die Lehre zu der Form, wornach sie der Tischler macht. S- Fig. 34.

Gewöhnlich ist das Gewölbe eines Schmelzofens ein Klostergewölbe, dasalle 4 Seiten des Ofens zu Widerlagen hat, und dieses ist auch die beste Formfür Oefen, welche aus weichen Steinen erbauet werden, und mehrere Jahreund Kampagnen dauern sollen. Wird aber ein Ofen aus gebrannten Steinenerbauet, so würde es unendliche Schwierigkeiten haben, ein solches doppeltesGewölbe zu Stande zu bringen, das hinlänglich fest ist und keine offene Fugenund Risse bekömmt. In diesem Fall macht man ein Tonnengewölbe, das vonSchürloch zu Schürloch gesprengt ist. Die beyden Seiten, in welchen dieArbeitslöcher sich befinden, stehen dann senkrecht und man bildet sie aus dreygebrannten Steinen, in deren jeden ein Arbeitsloch eingefchnitten wird, unddie höchstens s Zoll dick sind. Man sehe die 37. Fig. Die äußersten Gewölbrsteine bekommen eine Falze, in welche jene Platten eingelegt und mit Thonsperßebefestiget werden. Die Gewölbsteine werden in Formen gemacht, welche nachdem Bogen eingerichtet sind. Da man aber hier diese Steine gerne etwas dickemacht, damit es nicht so viele Fugen giebt, so schwinden sie bey dem Brennenstark, und zwar am dicken Theile stärker als an dem dünneren. Hierauf mußman bey Verfertigung der Form Rücksicht nehmen, und so viel als nöthig rsi.zugeben. Wie viel aber zugegeben werden muß, solches kann nur durch Ersah»rung bestimmt werden. Man macht zu dem Ende so viel Steine als zu Bestellungdes Lehrbogens nöthig sind, brenne sie und stelle sie auf, so bemerkt man leicht,ob sie den ganzen Bogen gehörig füllen und zugleich auch gut schließen; ist diesesnicht, so ändert man die Form ab, und das so lange, bis alles gehörig paßt.Immer ist es besser, wenn die Gewölbsteine am dicken Ende etwas zu dünne sind,als an dem entgegengesetzten Ende; so werden sie wenigstens in dem Ofen gutschließen, und der dazwischen gebrachte Thonspeiß, der hierdurch eine keilförmigeGestalt bekommt, kann nicht so leicht durchfallen. Die Steine, besonders die,welche dem Feuer am meisten ausgesetzt sind, müssen auf das stärkste gebrandtwerden, damit hernach kein beträchtliches Schwinden mehr Statt findet, nun