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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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174
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7. Von Kühlöfen.

Der Zweck dieser Oefen ist, die schon fertigen, aber noch glühenden Glas.-waaren in einen solchen Zustand zu bringen, daß sie ihre Hitze in unmerklichenund langsam abnehmenden Graden verlieren, und dadurch dauerhaft werden.

Ihre Gestalt richtet sich nach der Fabrikarionsart. Ihre Temperatur ist diedes Dunkelrothglühens, oder des Glases im letzten Augenblicke desFertigwerdenS.--Ihre Wände müssen nicht zu dünne seyn, sonst kühlen sie sich zu geschwindeab, aber auch nicht zu dicke, sonst geht dieses zu langsam von statten, unddieses ist eine Regel für alle Kühlöfen. Bisweilen aber will man doch denRaum über dem Kühlöfen zu warmen Magazinen oder anderm Gebrauch benutzen,welche eine ebene Fläche erfordern. Hier kann man entweder ein Gebälke darüberlegen, oder wenn man dieses nicht will, so muß das Gewölbe nicht nur stärkerseyn, sondern auch noch mit Sand oder Lehm ausgefüllt werden. Hierdurchaber wird das Gewölbe sehr dicke, die Erwärmung desselben, so wie seineAbkühlung geht sehr langsam von statten. In diesem Falle ist es nöthig, in demGewölbe eine verhaltnißmaßige Anzahl vop Röhren etwa 4— 5 Zoll im Durch-messer anzubringen, welche man anfänglich zuhält, aber nach und nach wiederöffnet, und so der Hitze einen Ausgang verschafft. Allut erkläret sich ganzgegen diese Einrichtung, weil er fürchtet, die Abkühlung des Glases möchtenicht gleichförmig erfolgen; dem ohngeachtet gestehet er aber doch ein, daß manbey dieser Einrichtung eben so gut, ja weit geschwinder abkühlen könne.Das widerspricht sich offenbar. Ich unterscheide; ob das Gewölbe dünne oderdick (mehr als 1 — i ö Fnß) ist. Im ersten Falle sind die Röhren unnölhig,im zweyten Falle aber allerdings nöthig, denn sonst würde man in heißen Somrmertagen oft 3 —a Tage über die bestimmte Zeit warten müssen, ehe man dasGlas ausnehmen könnte. Auf jeden Fall kann man sich helfen,^wie man will.Denn bemerkt man, daß die Kühlung geschwind genug vor sich gehet, so darfman nur die Röhre zulassen. Ich würde aber doch allzeit dünne Gewölbe vor-ziehen, und wenn der obere Raum benutzt werden soll, lieber ein Gebälk legen,weil nach der andern Methode die Oefen gar zu sehr beschweret werden, unddadurch ihre Dauerhaftigkeit verlieren. Stehen mehrere Kühlöfen nebeneinander,so müssen die Scheidmauern so dick seyn, daß der eine nicht auch warm wird,wenn der andere angeheizet ist.

a. Kühlöfen zu kleinen Glaswaaren.

Diese sind schon oben bey Beschreibung der runden Schmelzöfen erkläretworden.

d. Kühlöfen zu Mondglas.

Die kreisrunden Scheiben, woraus das Mondglas geschnitten wird, haben4z — 48 Zoll im Durchmesser; sie können nicht anders als aufrecht in dem