aber kein Geld mehr haben. Was von solchen gegossenen Platten unter35 Zoll ausfallt, wird vortheilhafter wieder eingeschmolzen als weiter verarbeitet.Es folgt hieraus, daß Spiegelblasen und Gießen zusammen getrieben werdenmuß, wenn noch etwas herauskommen soll. Da übrigens so große Gläserschwer zu regieren sind, so darf man nicht mehr als ein, höchstens 2 Stück ineinen Kühlofen thun. In Frankreich hat man zwarOefen zu 4 Glasern: alleinda sie auch kleine Maaße gießen, so belegen sie den übrigen Raum damit. Dochhaben mir diese Oefen nicht gefallen; sie müssen sehr hoch seyn, und kostenschrecklich viel Holz, auch sehen sie eine sehr große Fabrikation voraus, dennsie fassen die Gläser von einer ganzen Schmelze.
Die Oefen zu Einem Glas bekommen einen Feuerherd, der so lang wie derganze Ofen ist; die zu zwey Gläsern aber erhalten zwey Feuerherde, einen hinten,den andern vorne». Ihre Breite ist also gleich der Breite des Glas plus derBreite deS Feuerherdes.
Ihre innere Grundfläche gut zu machen, ist eins der schwierigsten Stücke.Dieselbe muß vollkommen horizontal, und dabey so beschaffen seyn, daß sie sichin der Hiße nicht wirft. Man hat mehrere Spiegelsteine, wie die oben beschrie-benen, genau zusammen geseht, und sie in Sand gelegt, damit sie nachgebenkönnen: allein sobald der Ofen heiß wird, hebt sich bald einer bald der andere.Man muß das Glas ziemlich kalt in den Ofen bringen, darf es auch nicht wiederweich werden lassen, wenn es die auf der Gießmfel erhaltene Gestalt behaltensoll, das ist schon sehr mißlich und giebt eine böse Kühlung. Wenn es recht gutgehen soll, so muß das Glas im Ofen erst wieder weich, und dann vollkom-men gerichtet werden; dann erfolgt auch eine gute Abkühlung. Aber freylichgehört hierzu eine sehr ebene und standhafte Fläche, welche man auf obigeArt nicht erhält. Allu t schlägt vor, man soll Backsteine an den Flächen gegeneinander reiben und ebenen, sie auf die hohe Kante in den Ofen dicht aneinander in Sand stellen, und die Fugen mit feinem Sand anfüllen. DiesesPflaster soll sich nicht werfen, und wenn sich hier oder da ein Stein verrückt, sosoll das gleich wieder hergestellt seyn. Das glaube «ch gerne, aber wie, wennnun, während der Ofen im Feuer ist, so ein Stein aufsteigt, wie merkt mandas gleich, und wie reparirt man es, ober gar, wenn solches geschiehet, dadas Glas schon darauf liegt? Ich habe das Ding probirt, aber gleich nach derzweyten Arbeit wieder herauswerfen lassen, und Undank genug damit aufgehoben.Die Gläser hatten an verschiedenen Slelley Eindrücke von \\ Linie tief, inwelche ein Backstein paßte, um dieser willen mußte die ganze Fläche über dasnöthige 1^ Linie abgeschliffen werden. Ich halte für das Beste, vor jede Tafeleinen Stein zu macheii, der 10 Fuß lang, Fuß breit und 8 —9 Zoll dick ist.Das ist freylich geschwind gesagt, aber wahrlich nicht so geschwind gethan.Die Bereitungsart ist folgende: Zuerst muß man sich nach einer Erdekomposirionumrhun, die sich im Feuer so wenig, als möglich, wirft. Um dieses zu probiren,verfertige man Stäbe 1 Fuß lang, 2 Zoll kantig, trockne und brenne sie; haben