m
Fig. 93 . Taf. 10 . äusseres Ansehen der vorderen Seite des Ofens.
a. großes Mundloch.
b. Schürloch.
c. Aschenfall.
4. Loch, um das Innere des Ofens zu beobachten.
Dieses ist nun die Beschreibung aller mir bekannten Oefen, die bey jederArt von Fabrikation vorkommen, nach guten Grundsätzen, und durch Erfahrungbewahret. Ich habe Kürz- halber überall keine Maaße angeführt; dagegen sinddie Zeichnungen genau nach dem beygefügten Maaßstab gezeichnet, wo man sichvermittelst eines Zirkels Raths erholen kann; und wer das Bisherige aufmerksamgelesen hat, und in den Hülfswissenschaften nicht unbewandert ist, dem wird esein leichtes seyn, die Zeichnungen und Anlagen zu machen.
Vierter Abschnitt.
Von der Auswahl und Vorbereitung der Glasmaterien.
§. 57-
an hat drey Substanzen, welche in einem stärken und anhaltenden Feuer feuer-^ beständig sind, und die Fähigkeit haben, entweder für sich allein, oder in Ver-bindung unter einander, in den Zustand der Verglasung überzugehen. Diese Substanzensind die Erden, einige Salze, und die metallischen Oxyde.
§. 58.
Es giebt keine Erde, welche für sich allein, in unsern Schmelzöfen zum Flußgebracht werden kann. Verschiedene dieser Erden, in schicklichen Verhältnissen mit ein-ander vermengt, vereinigen sich im Feuer ziemlich genau miteinander, so daß sie ver-schiedene Grade von Konsistenz annehmen, wenn sie aus dem weichen in den festenZustand wieder zurückgekehrt sind, einen mehr oder weniger weitgehenden Anfang einerchemischen Verbindung erlangen, und sogar halbdurchsichtig werden. DergleichenZubereitungen haben Gelegenheit ju verschiedenen sehr schätzbaren Zweigen des Kunst-fleißes gegeben; von dieser Art sind die gemeinen Töpferwaarcn, die verschiedene Arten vonFayence, das sogenannte Steingut, und das Porzellan. Bey allen diesen wird dieAlaunerde in größerer oder geringerer Menge gebraucht.
Der Zusatz von andern Erden dienet, theils um die Dichtigkeit der Masse zuvermindern, damit sie wie z. B. bey der Töpferwaare, und dem gemeinen Fayence destogeschickter werde, den schnellen Uebergang aus Hitze in Kälte zu ertragen, theils umeinen ersten Grad von chemischer Verbindung zu bewirken, die eine gleichartige linddichte Materie bildet, wie bey dem Steingut und dem Porzellan.
A a