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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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186
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Ist das Gemenge von der Beschaffenheit, daß es ganz in Fluß kommen kann, soentstehet ein durchsichtiges, oder undurchsichtiges Glas, je nach der Natur der Bestand-theile, und des Verhältnisses der Zusammensetzung desselben: aber bis jeho hat mannoch keine Fabrik von solchen erdigen Gläsern mit Vortheil anlegen können. Wirwerden aber in der Folge sehen, daß mehrere dieser Erden mit Nutzen unter dem Glas-materiegemenge gebraucht werden können; alle, ausser einer einzigen, sind aber nurNebenbestandtheile.

Wenn gleich keine einfache Erde für sich im Schmelzofen schmelzbar ist, so reiztedoch bald die Erfahrung, daß ein Gemenge von mehreren unter sich, und überhauptalle Erden mit schicklichen Flüssen, schmelzbar seyen, die einfachsten Mittel hierzu durchVerbindung von je eins und eins, zwey und zwey, u. s. w. aufzufinden.

§. 59 .

Wenn man eine einfache Erde einem starken und anhaltenden Feuer, mit den ver-schiedenen Salzen vermengt, ausseht, so bemerkt man, daß nur wenig Salze die Eigen-schaft haben, die Erde in Fluß zu bringen, und sie im Feuer so aufgelößt zu erhalten,daß sie in Verbindung bleiben, und nach dem Erkalten ein gleichförmiges, durch- oderundurchsichtiges Glas darstellen. Diese Verfahrungsart zeigte, daß mau aus der Zahl ~der Flüsse, oder salzigen Schmelzmittel ausschließen müsse: i) alle flüchtige Salze, dieim Feuer nicht beständig sind, wie die ammoniakalifchen Salze. 2) Die schwefelsauren,kochsalzsauren Erden und Laugensalze, deren Gruudtheile so stark mit einander verbundensind, daß ihre gegenseitige Wirkung erschöpft ist, und keine andere Erde mehr in Ver-bindung mit ihnen (retten kann, ob sie gleich im Glasofeufeuer schmelzbar find.

§. 60.

Die Flüsse oder salzigen Schmelzmittel, aufweiche uns die Erfahrung eingeschränkthat, sind 1) das phosphorsaure Salz, welches ehemals unter dem Namen sal microcos-micum bekannt war, und in welchem die Säure theils mit Mineralalkali und theils mitAmmonium gesättiget ist. 2) Der Borax, ein Neutral, dessen eigenthümliche Säure nurzum Theil mir Mineralalkali gesättiget ist. 3) Die feuerbeständigen Laugensalze überhaupt,welche das vegetabilische Laugensalz (die Pottasche), und das mineralische Laugensalz(das Natrum, die Sode), in sich begreifen. Die beyden ersten Flüsse braucht man,wegen ihrer Seltenheit und hohen Preiß, nur zu kleinen Glasproben; sie lösen eineweit größere Menge von Kalkerde, Schwererde, Talkerde und Alaunerde auf, als vorrKieselerde.

Im Gegentheil lösen sich die vier zuerst genannten Erden, nur in geringer Mengein dem Laugensalze auf, desto stärker aber ist die Wirkung dieser letzten auf die Kieselerde.Das Glas, welches aus der Verbindung dieser beyden Substanzen entstehet, ist inschicklichen Verhältnissen zusammengesetzt, dauerhaft, vollkommen durchsichtig, ahmtden Bergkrystall nach, und wird, ausser der Flußspatsäure, von keiner Säure angegriffen.Diese Eigenschaft, der Ueberfluß und der mäßige Preiß der Kieselerde und der feuer.