Die Sode bleibt, wenn sie in Pulver verwandelt, wieder feucht gemachtwird, kein lockerer Körper wie unsere Asche, welcher das Wasser leicht durch-sintern laßt. Vielmehr seht sie sich so fest zusammen, daß am Ende nichts mehr,oder doch nur äußerst langsam durchgehet. Daher muß die Sode entweder miteinem lockern Körper, wie Stroh stratificirt, oder aber nach Loysels Verlangendurch anhaltendes Umrühren schwebend in dem Wasser erhalten werden. Jenachdem man die eine oder die andere Methode anwendet, muß auch die Eiurichrtung gemacht werden. In dem ersten Falle, wo nämlich die Sode mit Strohaufgeschichtet wird, hat man mehrere hölzerne Kufen in Bereitschaft. Eine jedehat i Zoll über dem Boden in der Seirenwand ein Loch mit einem Zapfen. Aufdem Boden wird ein häufig durchlöcherter Senkboden gelegt, der Zoll vomersten abstehet. Auf diesen kommt eine Hand hoch Stroh, dieses wird mit2 Finger hoch Sode bedeckt, dann kommt wieder Stroh wie das erstemal, dannabermals Sode, und so fort, bis die Kufe voll ist, die letzte Lage muß wiederStroh sey». Nun wird warmes Wasser aufgegossen, bis es über das letzteStroh gehet; so bleibt alles einige Zeit stehen, mau ziehet endlich den Zapfenheraus, läßt die Lauge in untergestellte Kübel ablaufen, bis alles herunter ist.Diese Lauge wird zum zweyten- und drittenmal über die Sode gegossen, undendlich in einen Behälter gebracht, von wo sie, als nunmehro stark genug, aufdie Siedpfannen kommt. Auf die ausgelaugte Sode kommt nunmehr frischesWasser, welches man ebenfalls mehrmals übergießet, bis man merkt, daß diesezweyte Laugesich nicht mehr verstärket, dann wird sie in einen besondern Behältergethan. Man kann zum drittenmal frisches Wasser über die Sode gießen, wennman durch die kleine Probe noch etwas Gehalt in ihr bemerkt, und diese dritteLauge zur zweyten gießen. Nun werden die Kufen ausgeschlagen, und neueSode, wie das erstemal, eingefüllt; anstatt aber frisches Wasser aufzugießen,so wird nun die erhaltene 2te und zte Lauge dazu gebraucht, und dadurch destogeschwinder eine starke Lauge erhalten. Die zweyte und dritte Lauge wird wiederdurch frisches Wasser erhalten, und so gehet die Operation in einem fort.Vergleicht man diese Methode mit jener, welche Loysel vorschlägt, so siehetman leicht, daß keine so kostbare Anlagen dazu erfordert werden, daß aber auchdie Arbeit bey weitem so geschwind nicht gehet, und auch die Sode so rein nichtausgezogen werden kann. Loysel giebt die Einrichtung zu seinem Auslauge-prozeß nur ganz im Allgemeinen an; ich will es versuchen, dieselbe durch eineZeichnung so darzustellen, wie ich glaube, daß sie Loysels Verlangen entspricht,und gute Dienste thun kann.
Fig. 95. Tafel 10. ist der Grundriß der Auslaugeanstalt,i. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8> die bleyernen Pfannen.
s. a. die Schürlöcher der Pfannen N°. 1. und 5. die Wärme streicht unter bey-den Pfannen nach ihrer Länge hin, und tritt durch die Seitenöffnungen bbunter die Pfannen 2 und 6, durch eine zweyte Oeffnung c c. kommt sie
unter