„'i) Schüttet ntau Schwefelsaure, die bis auf 20 bis 25 Grade des Areometersverdünnet ist, über das salzsaure Bley, so nimmt es auf der Stelle eine herrliche weißeFarbe an; die Masse nimmt beträchtlich an Raum ab, und es entstehet ein schwefelesaures Bley von außerordentlicher Feinheit; man wascht dieses Latz von neuem mitvielem Wasser, und bearbeitet es mit großer Sorgfalt in einer Art von Mühlen, welchedenen in den holländischen Bleyweißfakkciken sehr ähnlich sind. Hierdnrch erhält esmehr Konsistenz; man thut es endlich ni poröse Gefäße, und stellt diese auf Gestelleübereinander, um das Austrocknen zu erleichtern."
»Dieses Bleyweiß kann im Handel das holländische gar wohl ersehen; es wird mitOel angemacht nicht gelb, und unlerscheidet sich von dein käuflichen nur durch seineLeichtigkeit, weswegen es Körper, die man damit bestreicht, nicht so gut decket."
»Man kann dieses Bleyweiß auch in der Malerey brauchen; aber der Künstler,der sich desselben zum Anstreichen der Lamberien, Thüren oder Fenster bedienen will, wirdfinden, daß es weniger anSgiebt als das holländische."
»Wenn man das schwefelsaure Bley vermittelst einer alkalischen Auflösung zerlegt;so hat daS niederfallende Oxyde weit mehr Konsistenz als das schwefelsaure Bley selbst,dadurch nähert es sich dem holländischen Bleyweiß mehr: allein >n diesem Zustand wirdes mit den Oelen etwas gelb."
»3) Kann das salzsaure Bley durch Kohlenstcff zerlegt werden, und alles Bleyerscheint hierbey wieder in metallischer Gestalt. Man kann, um die Zerlegung zubewirken, auf mehrere Arten verfahren."
»A. Wirft man dieses salzsaure Bley auf angezündete Kohlen, so bekommt es einegelbe ins Röthliche ziehende Farbe, und reducirt sich zu Bley."
„B. Wohl getrocknet mit einem Viertel seines Gewichts gestoßener Kohlen gemengt,in eisernen Gefäßen dem Feuer ausgeseht, und rothglühend werden lassen, giebtes ohngefähr 80 Prozent Bley."
"Wird es getrocknet, und mit Weinhefen oder rohem Weinstein vermengt,auf vorbeschriebene Art behandelt, so liefert eS eben so viel Bley. Durch diesesletztere Verfahren erhält man außer dem Bley noch eine gewisse Menge Wein-hefenasche, die mit etwas Meersalz vermischt ist, und dieses neue Produktvermindert die Kosten der Arbeit auch um etwas."
Diese VerfahrungSart kann mit Nutzen bey Krystallglashütten angewendet werden,wo die Komposnionen ohnehin weit mehr Bleyoxyde einhalten, als in der nach dieserMethode bereiteten Sode zurückbleibt. Es stehen selbst bey selchen Glashütten mancherleywohlfeile Minek daS salzsaure Bley zu reduciren, und dieses wieder in Glötte zn ver-wandeln, zu Gebot. Außerdem ist es allzeit für den Künstler sehr vorlheikhaft, wenner seine Glasmakerie unter seinen Augen vorbereiten lassen kann, damit er von derReinheit derselben versichert wird, welches nur selten der Fall ist, wenn er sie sichdurch den Handel verschaffen muß.