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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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Von den Glaskompositionen.

§. 85-

Die ersten Materien, welche zur Bereitung des gewöhnlichen leichten weißen Glaseswesentlich nöthig sind, bestehen in sehr weißem, quarzarligen Sand, Kalk und feuerbe-ständigem Langensalz. Die übrigen Substanzen werden blos zur Reinigung und Entfär-bung des Glases hinzu gethan. Diese letztere sind aber überflüßig, wenn die ersteren gutvorbereitet worden sind.

Zu den übrigen GlaSarten nimmt man die Asche selbst, statt des Kalks gemeinenSand, bisweilen auch Thon, wie bey gewissen Arten von Bouteillenglas.

Zu allen Kompositionen fügt man noch eine größere oder kleinere Menge von Glas-abfallen hinzu, die aber von der nämlichen Art, wie das zu bereitende Glas seyn müssen.

Zusatz. Zu feinem Glas ist es nöthig, nur Abfälle von der namlichenArt zuzusehen.Bey geringern GlaSarten, wie Fensterglas und dergleichen, ist dieses nichtnöthig. Vielmehr da dergleichen Glasabfälle ein schon geschmolzener, um einengeringen Preiß zu habender Körper sind, so liegt eine große Oekonomie darin, sichderselben zu bedienen. Soll aber ein reines Glas daraus entstehen, so muß mitVorsicht zu Werk gegangen werden. Man läßt die zusammen gekauften Stückeerst rein auslesen, und sondert die Stücke, welche keinen Stein und sonstigeFehler enthalten, besonders ab; diese können, so wie sie sind, der Glaskomporsition beygemengt werden. Aus dem übrigen sondert man das ganz schlechte,z. B. Bouteillenstücke, Arzneygläser ebenfalls ab, und braucht es zu Bouteillenrglas. DerUeberrest istgewöhnlich ganz gutes Glas, welches nur nicht rechtdurch-geschmolzen war. Man macht daher eine Komposition von z — 4 Theilen Alkali,4 Theilen Sand, und 4 — 6 Theilen solcher Glasstücke, je nachdem sie mehroder weniger rein-sind, und schmelzt dieses wohl durch, schöpft es aus und löschtes in Wasser. Dieses Glas, nebst den ausgesuchten Glasstücken kann einerFensterscheibenglaskomposition so stark zugesetzt werden, daß es f bis £ derKomposition aus Alkali und Sand ausmacht, und giebt ein sehr reines unddauerhaftes Glas, wobey sehr viel an Material ersparet wird, und in kürzererZeit schmelzt, als wenn man blos ungeschmolzene Materien dazu nimmt.

Uebrigens müssen alle Glasabfälle in kleine Stücke zerschlagen, mit demGemenge wohl vereinigt werden, und nichts unreines darunter seyn. Um sie inkleine Stücke ohne Weirläuftigkeit zu verwandeln, läßt man sie im Kalcmirofenheiß werden, und wirft sie in kalt Wasser. Dantic verwirft diese Methode,weil das Glas durch starkes Glühen zu viel von seinen besten Theilen verliert.Alluk hingegen billiget, durch Erfahrung überzeugt, dieses Verfahren. Beydehaben Recht; man erhitze das Glas nur nicht zu stark, es braucht nicht einmal zuglühen, so ist das Verfahren nützlich, und man hat den von Dantic befürch-teten Nachtheil nicht zu befürchten.

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