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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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Sand, Kalk und Alkali, so muß man viel mehr Fluß zusehen, um die Verglasuug zubewirken; es bleibt ein großer Theil davon im Glas, und dieser wird folglich weicher,und der Zersetzung mehr ausgesetzt.

Diese Methode muß daher auf ganz besondere Fabrikationen eingeschränkt werden, inderen Kompositionen viel Glasabfälle, Laven, Basalt rc. kommt, oder auch auf Krystall-glaShükten, die viel metallische Oxyde gebrauchen. In diesem letzten Falle geht die Rei-nigung des Glases langsam und nur bey einem Feuersgrad vor sich, der hinreichend ist,die verschiedenen Theile des Glases nach und nach an die Oberfläche in Berührung mitder Luft zu bringen, wodurch es weißer wirb. Bisweilen benutzt man diese Zwischenzeit,um einige Häfen zu arbeiten, während in den übrigen die Reinigung vor sich gehet.

Wenn das GlaS bey Abwechselung von Wärme und Kälte nicht sehr zerbrechlichseyn soll,'so muß es gleichartig in allen seinen Theilen seyn. Eben dieses muß auch inden verschiedenen Theilen eines und eben desselben gläsernen Gefäßes Statt finden. Des-wegen muß man sich sorgfältig hüten, dergleichen Sachen von verschiedenen Glasarten,z. B. einen Theil mit gewöhnlichem, einen andern aber mit metallischem Glase zusammenzu sehen. Diese verschiedene Glasarten lochen sich schlecht zusammen, und das Werkwird zerbrechlich. 1

Wenn es bisweilen geschiehet, daß bey einerley Komposition mehrere Häfen in einund eben demselben Ofen nicht einerley Temperatur erlitten haben, so kann das Glas injedem Hafen für sich zwar gleichartig seyn; aber das Verhältniß seiner Bestandtheilekann sich von einem Hafen zum andern verändern; einer kann mehr, der andere wenigerAlkali zurückbehalten haben. Alsdann aber sind diese Glasarten nicht tauglich, dieTheile eines Werks daraus zusammen zu sehen, wenn man anders die Zerbrechlichkeitvermeiden will.

i In manchen Fällen kann dieses Zusammensetzen aus mchrern Glasarten doch nützlich seyn,und man spüret den hier angeführten Nachtheil nicht. Bisweilen hat man gefärbtes Glas,das entweder sehr theuer ist, womit man also sparsam umzugehen hat, oder es ist zudunkel an Farbe, und man will eine hellere Farbcnbicgung haben, in beyden Fälle» nimintman erst weißes Glas mit der Pfeife auf, dann wird ein,- bis zwcymal gefärbtes Glas überdas erste aufgenommen und nun geblasen, so erreicht man seinen Zweck, und die verfertigteSache läßt sich recht gut kühle», und ist eben so dauerhaft wie eine andere aus einerleyGlas.

Von dem Abkühlen des Glases.

§ io8.

Wenn das Glas aus einem weichen in einen harten Zustand übergehet, so zieht essich zusammen. Geschiehet dieses nach unmerklich von einander verschiedenen Graden,so gehet die Krystallisation und Annäherung der Theile nach einer stufenweise abgemessenenBewegung vor sich, die thuen erlaubt, sich auf eine ihrer Figur angemessene Art zusam-men zu ordnen, woraus denn eine größere Kraft der Zusammenhäufung unter sich / und

mehrere