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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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L Vorzüglich muß man nachsehen, ob keine Klasgalle oben aufschwimmet, und solche mit einemtrockenen eisernen Löffel rein abschöpfen ; wollte man warten, bis diese verbrannt ist, so würdesehr viel Zeit unnütz verstreichen. Bleibt aber etwas zurück, so hüll es dem folgendenGlassatz desto schwerer lauter zu werden, und trägt die Glacgalle auch gleich etwas zurBeförderung des Flusses bey, so ist der Vortheil doch gegen den Schaden, dm sie amOfen, Hafen und Glas verursacht, weit beträchtlicher.

§ 105.

Die Zeit, welche man anwendet, die Materie zu Glas zu schmelzen, unterscheidetman durch den Namen der Schmelzzeit; jene aber, welche zur Zerstreuung der Blasennöthig ist, nennt man die Laurerzeit (affinage). Man sagt, das Glas ist fein, odergut geläutert, wenn es keine Blasen mehr enthält. Hätte man die zweyte Schnrelze unter-nommen, ehe die erste vollkommen beendiget ist, so würde die in dem Glas dieser letzter»bewirkte Abkühlung das Aufsteigen der Blasen wenigstens so lange verhindern, bis esseine erste Flüssigkeit wieder erlangt hat; auf jeden Fall würde das nachfolgende Läuternsehr langsam und schwierig seyn.

Die Dauer der Schmelze eines jeden Einsahes hängt von der Menge der eingesetztenMaterie, und von dem Grade der Temperaturverminderung , die sie verursacht, ab; mansollte daher denken, daß diese Zeit desto kürzer ausfallen würde, je weniger Materie manjedesmal einsetzte. Indessen vermeidet man doch gern eine zu große Anzahl von Einsähen;denn bey einem jeden muß der Ofen offen erhalten werden, und verursacht wieder einensehr ansehnlichen Verlust am Wärme.

Von der Verarbeitung des Glases.

§ 106.

Sobald das Glas lauter ist, vermindert man die Hitze des Ofens dadurch, daß manentweder weniger Brennmaterial hineinwirft, oder daß man gar aufhört zu schüren, jenachdem nämlich das Glas geblasen oder gegossen werden soll. Durch Verminderungder Hitze wird die Glasmasse zäher und kann gearbeitet werden. Während der ganzenArbeit muß dieser Grad von Zähigkeit sich gleich bleiben. Deswegen muß der Ofen beydem Glasblasen, welches ;, 10, i 5 , 20 und mehrere Stunden dauern rann, in einerleyGrad der Hitze erhalten werden; doch braucht,dieser Hitzegrad nicht so stark als bey demSchmelzen und Läutern zu seyn.

§. 107.

Man hat in den Glasfabriken zwey Methoden die Schmelzen, das Läutern und dieArbeit zu leiten. Nach der erster» geschehen alle diese Arbeiten in allen Hafen auf einmal.Nach der andern schmelzt und läutert man in einem Theil der Häfeu, während in denübrigen gearbeitet wird. Man siehet aber leicht, daß die Glashütten , welche diese letzteMethode befolgen, kein so lebhaftes Feuer unterhalten können wie die ersteren. WirdGlas blos mir alkalischen Schmelzmitteln gemacht, zum Beyspiel mit Komposition aus