Denn, wenn der Mensch daö göttlichemit seiner Vernunft bloß in der Idee er-faßte, und es nicht zur Seele seines Willenswerden liesse: so würde er das Göttliche niein seinem innersten Seyn nachbilden und nieim Leben darstellen; folglich würde das gött-liche Leben selber den ganzen innerenMenschen nicht ergreifen, geschweigedurchdringen.
2Z. Die Bestimmung des Menschen kann üuchnicht die seyn:
Mensch! sey bloß Rünstler (wenngleich im höchsten Sinne des Wortes,den es bisher erkalten konnte)!
Denn, wenn er auch die Idee des Gött-lichen iu sich rein auffassen, und im Kunstwerke,z. V. in einem Gemälde gleichsam verkörpernkönnte, ohne selbst von dem Göttlichen durch-drungen zu seyn: so würde allenfalls die Lein-wand durch ihn eine unvollkommene Allrgüriedes Göttlichen, er selber aber — keine Alle-gorie, kein Bild des Göttlichen werden.
* Künstler im allerhöchsten Sinne wär»der Mensch, wenn sein innerstes Lebe» ei»Ebenbild des Göttlichen, und sein äusse-res «in Nachbild des Innersten würde.Aber dieser Sinn ist leider! den Meisten neckC die-