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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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105
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dem kürzesten Wege, im Hörenden ein bloßesNachsagen: aber der sokratisch Fragende machts) durch Umwege den Gegenstand selbst inte»ressanter; macht b) der Seele des Hörendendas Vergnügen an der Klarheit des Erkcn-nens, durch eine Art von Selbsterfindung,genießbar; die Lehrart verliert c) ihr Feyer-liches und geht in ein geselliges Gespräch,die Schüchternheit der Schüler in die Offen«heit*eineS jüngern Freundes über; die höchsteAnmuth gewinnt a) diese Methode alsdenn,wenn das Mutterher; fragt, und das Kindantwortet. Und zwar kann die nnstudierteMutter, von der Liebe begeistert, den Svkra-tes tausendmal übertreffen.

-- Die Liebe unterrichtet; dennwas heißt unterrichten? Es heißt der schlum-mernden Menschenkraft eine» Anstoß und eineRichtung geben, daß sie aufwacht, daßsie wachend anschauen, bemerken, verstehen,anfassen, thun lernt, was sie sonst gar nicht»der nicht so leicht oder nicht so richtig gelernthatte. Wer also unterrichtet, der richtet denKopf und das Her; des Menschen dahin, wo-hin beyde gerichtet seyn müssen, um ihre Bil-dung zn erhalten.