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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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182
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6. Die Vorurtheile des Adels, des Reichen,des Gelehrten sind bey aller Verschiedenheit,im Grunde doch nur Ein Vorurtheil, dassich als Eines auch in der Erziehung erwei-set. Wenn der Adeliche auf die publicitätseines Namens hauet: so bauet der Reicheauch auf die publicität seines Namens, undder Gelehrte bauet auch auf die publicitätseines Namens. Dem Namen des Erstengiebt die Geburt, dem Namen des Zweytender Reichthum, dem Namen des Drittendie Gelehrsamkeit die Öffentlichkeit.

Die öffentlichkeit des Ersten gilt aufdem Markte, bey -Hofe und zu -Hau«se, die des Zweyten auf dem Markte,auf der Börse, und bey Hofe wenig-stens so lange man seiner bedarf, und wannbedarf man seiner nicht? die des drittenin der Litteraturzeitung ......

Dies Vertrauen auf die publicität ver-eint sich mit mancherley Traumen von Glo-rie; dem Adelichen räuchern die Unadelichenund die Adelichen, dem Reichen die Reichenund Armen, dem Gelehrten die Gelehrtenund manchmal auch die Ungelehrten.

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