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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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184
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sie und die Wissenschaften sind Blutsverwand-te ; denn was die Kunst im Äusser» dar-stellt, weiß die Wissenschaft im Innern auf-zustellen. Was die Vornehmen und Reiche»betrifft, so darf der Virtuos noch eher mitFürsten umgehen, als der Gelehrte, und dieReichen, wie die Adelichen leiden ihn lieberals den Gelehrten neben sich. Denn die Vor-nehmen und Reichen haben wo nicht allemalGeschmack, doch <l>hr und Aug für die Kün-ste, und verstehen sich überhaupt besser aufdas Theater, auf dem etwas gespielt, alsauf die geheime Arbeitsstätte, in der eine neueSchöpfung entworfen wird.

Da also die Vornehmen, die Reichen,die Gelehrten den Künstler als ihres Glei-chen ansehen: so ist es begreiflich, daß er anallen den Vorurtheilcn der drey verwandtenZünfte theiliwhmen, und der Kimstlcrstolz je,neu des Adels, des Reichen, des Gelehrtenübertreffen mag. Der Stolz des Künstlersgeht aber wenig in seine Kinder über. Dennder Künstler verschlingt nicht selten den Va-ter. Das Schöne auf der Leinwand oder imMarmor nachbildend, vergißt er die Züge desSchönen in seinem Sohne zn entwickeln.

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