dcf Informator, als Stellvertreter und Ge-hülfe der Ältern, wohl auch nur Stellvertre-ter der Vernunft an fremden Kindern seynsollen. Der höchste Grundsatz der Erziehung:„Vertritt die Stelle der mündigen Vernunftan den Unmündigen," ist also für den Infor-mator dieser: „Vertritt die Stellender Ver-nunft an den Unmündigen mit der Liebe desedeln Vaterherzens, mit der Treue des gutenMuttcrherzens." Denn, wenn ihn nicht dieLiebe beseelte: wie sollte er die unendliche Lastder Erziehung fremder Kinder auf sich nehmen,nnd mit der übrigen Last des Menschenlebenstragen können?
2. Der Informator, der bey Prinzen Gouver-neur, bey adelichen Kindern Hofmeister, beybürgerlichen Jnstructor Heister, ist nach derFülle seines Berufes, ungleich mehr, als dasWort seines Amtes aussagt — ist mehr alsUntcrweiser, Informator, nnd ist schon garnicht das, was die Begriffe Hofmeister, Gou-verneur, aussagen. Er arbeitet nicht für denHof, er treibt keine Meisterschaft, er willnicht herrschen. „Die Liebe spielt in seinemAmte den Meister; er will durch Liebe nurhie Wahrheit herrschend machen, und durch
Liebe