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Verhandlungen des Ersten Internationalen Mathematiker-Kongresses : in Zürich von 9. bis 11. August 1897 / hrsg. von Ferdinand Rudio
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273
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B. Vorträge der Sektionssitzungen.

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Wenn wir mit ra die Winkelgeschwindigkeit bezeichnen, welche

durch den unendlichen Riemen dem Kreisel in der Richtung des Uhren-zeigers mitgeteilt wird, so wird sich der Punkt A

in dem oben erwähnten Kreise mit der linearenGeschwindigkeit <or in einer der Bewegung desUhrenzeigers entgegengesetzten Richtung bewegen.Die Winkelgeschwindigkeit dieser Drehbewegung ist:

Diese Winkelgeschwindigkeit ist sehr grofs, da die Fig 2

Differenz R r nach der Voraussetzung sehrgering ist. Mit dieser Winkelgeschwindigkeit wird sich auch die obereSpitze F des Kreisels (Fig. 1) um die Vertikallinie oz drehen.

Auf der Axe oz kann man einen Körper Q anhängen, der mitHilfe einer horizontalen Nadel L von F eine Drehbewegung mit derWinkelgeschwindigkeit a empfängt. So erhält man einen sehr ein-fachen Apparat, welcher eine schnelle Drehbewegung verleiht. Dietreibende Kraft dieser Bewegungsübertragung wird erhalten durchdie Reibung im Punkte M, welche, dank der centrifugalen Kraft desKreisels und dem gyroskopischen Effekte desselben, sehr bedeutend ist.

Bezeichnen wir mit K das Trägheitsmoment des Kreisels um seineAxe DF und mit K' das Trägheitsmoment des Kreisels um die AxeDJ, wo DJ J_ DF , so wird das Moment der den Kreisel an dieRöhre B drückenden Kraft sein:

wo h = OA.

Die Gröfse der Reibungskraft aber, welche als die treibendeKraft unseres Apparates erscheint, wird sein:

wo f der Koeffizient der Reibung ist. Diese Kraft wird, wenn qj grofsund R r klein ist, sehr bedeutend.

Verb. d. 1. internat. Hatb.-Kongr. Zürich 1897.

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