8. 9. Das AussicllmigsgMndc. 135
leuten war beständig beim Bau beschäftigt: der Macht der Disciplinund der zweckmäßigen Organisation derselben ist es allein beizumeffen,daß die Arbeit vollendet, im Ganzen gut und in der festgesetzten Zeitvollendet wurde.
Die dynamischen Grundsätze bei diesem Bau, welche großenteilsneu, den bisher angenommenen Regeln über die Schwingungen, dieKohäfion, Elastizität und Dehnbarkeit metallischer Konstruktionstheilezuwiderliefen, sind nun durch die Erfahrung, als die strengste allerProben, festgestellt. Herrn Cubitt ist es zu danken, daß er, durchseine Stellung als Vorstand des Baukommittecö die wichtigsten Ent-scheidungen in den Händen habend, die Verantwortlichkeit dafür mitübernahm und das Verdienst des schönen Erfolges mit erwarb.
Die Bankosten dürften mit Einschluß der nach der ersten Ausfüh-rung eingetretenen Erweiterungen, und der kostspieligen Unterhaltungs-kosten das Doppelte der ursprünglich bedungenen Summe wohl erreichen.
Die Grundfläche des Berliner Ausstellungsraumes bei der allge-meinen deutschen Ausstellung des Jahres 1844 betrug unten 34,730,oben 33,931, zusammen 68,661 Preuß. Quadratfuß/) mithin nurctwa ein Bicrzehntheil der Londoner .
Vor dem West-Eingange befand sich das Kesselhaus, dessen Dämpfe,durch ein breites unterirdisches Rohr in den Krystallpalast geleitet,mittelst kleiner L-eitenröhrcn die betreffenden Maschinen durch Dampf-kraft bis zu 30 Pfund auf den Quadratzoll in Gang setzten.
In ähnlicher Weise war aus den Wasserleitungen der Chelsea-Gescllschaft, welche sich verpflichtet hatte 300,000 Gallonen täglich fin-den Preis von 50 Lstr. zu liefern, das zur Bewässerung der Blumen,Bäume und Ziersträuche erforderliche, so wie das die vielen Spring-brunnen, Pumpen und die mitunter ein Gefälle von 15 Fuß zeigendenTriebwerke speisende Wasser mit hohem Druck herübergeleitet, und soauch gegen Feuer Fürsorge getroffen. Die auf diese Weise ermöglichteDarstellung der Kraft- und Gewerbsmaschincn in ihrer Arbeit und Be-wegung bildete offenbar einen wichtigen, den Zweck der Belehrung we-sentlich fördernden Fortschritt im Ausstcllungswesen.
Der Baumeister sollte einen bedeckten Raum schaffen, welcher diegrößte, bis jetzt vereinigt gewesene Mannigfaltigkeit von Waarenlagern,Maschinen und Kunstwerken, in den mannigfaltigsten Ausstellungswei-sen, in sich aufzunehmen und bei vollem Lichte zu zeigen vermöge: denUmfang dieser Welt von Jndustricerzeugnissen konnte man damals erstannähernd schätzen. Der Ausstellungsraum mußte deshalb eine gewisseDehnbarkeit haben, welche bei einer geschlossenen Form, einem Kreiseoder Quadrat, nicht erreichbar war. Statt einer engen Verbindungder innern Theile, mußte der Bau die Möglichkeit einer leichten Thei-lung darbieten und im Sinne eines großartigen Lagerhauses gebaut sein.
Für eine solche Aufgabe war Parton, der Aehnliches schon für